Neue Vertriebsstruktur Was die Commerzbank bereits erreicht hat

Hamburger Wealth-Management-Standort der Commerzbank am Jungfernstieg: Derzeit gibt sich der Konzern eine neue Vertriebsstruktur, auch im Wealth Management | © Commerzbank AG

Hamburger Wealth-Management-Standort der Commerzbank am Jungfernstieg: Derzeit gibt sich der Konzern eine neue Vertriebsstruktur, auch im Wealth Management Foto: Commerzbank AG

Im Januar verkündeten die Commerzbank-Vorstände Martin Zielke (Privatkunden) und Markus Beumer (Mittelstand) den größten organisatorischen Umbau des Konzerns seit Eingliederung der Dresdner Bank an. Was ist seitdem (im Wealth Management) passiert?

Die Umstellung auf die neue Vertriebsstruktur erfolgte am 1. April diesen Jahres. Die früheren 25 Gebiets- und über 200 Regionalfilialen wurden zu 65 Niederlassungen zusammengefasst. Das soll unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Privat-, Geschäfts- und Wealth-Management-Kunden fördern. Eine wesentliche Weichenstellung ist, dass die Niederlassungsleiter künftig die komplette Verantwortung für alle drei Kundensegmente tragen.

Die Umsetzung des Projekts braucht zumindest im Wealth Management Zeit. Ziel ist, dass es in jeder der 65 Niederlassungen ein Wealth-Management-Team gibt. Stand heute sind es 35 Teams an 42 Standorten. Endgültig umgesetzt sein soll die neue Wealth-Management-Struktur 2016.

Was wurde aus der bisherigen Wealth-Management-Führungsriege?

Die ehemaligen sieben Gebietsfilialleiter des Wealth Managements, Mitglieder der alten Führungsebene 2 der Commerzbank, konnten sich wie alle anderen Gebiets- und Regionalfilialleiter auf die neuen Posten des Niederlassungsleiters (neue Führungsebene 2) bewerben.

Fünf der WM-Gebietsfilialleiter seien mittlerweile Niederlassungsleiter, heißt es von der Bank. Ein weiterer ist als Bereichsleiter des Vertriebsmanagement Filial-Banking in die Commerzbank-Zentrale nach Frankfurt gewechselt.

Am bekanntesten ist die Personalie von Jenny Friese. Die frühere Gebietsfilialleiterin des Wealth Managements in Berlin ist zur Bereichsvorständin (Führungsebene 1) aufgestiegen. Künftig ist sie für die Marktregion Ost über alle Privatkundensegmente zuständig.

Insgesamt sollen von den neuen 65 Niederlassungsleitern 19 zuletzt auf verantwortlichen Führungspositionen im Wealth Management gewesen sein.

Wachstum im Blick

Eigenen Angaben zufolge betreut die Commerzbank im deutschen Wealth Management rund 50 Milliarden Euro als Assets under Control. Diese teilen sich auf mehr als 27.000 Familienverbünde auf.

In der Vermögensverwaltung stieg das Volumen zuletzt auf rund 12,6 Milliarden Euro. Davon fallen jeweils knapp 1,8 Milliarden Euro auf das Privat- und Geschäftskundengeschäft sowie die Mittelstandsbank. Der Anteil des Wealth Managements liegt bei über 9 Milliarden Euro. Die Zahl der Wealth-Management-Mandate im ersten Halbjahr stieg um 500 auf über 7.700.

Ins Preismodell „Premium Depot“, das vom Kunden mit einer Pauschalgebühr abgegolten wird, flossen seit Einführung im Sommer 2013 knapp 10 Milliarden Euro. Allein 4 Milliarden kamen im ersten Halbjahr 2015 hinzu. Der Anteil des Wealth Managements daran soll 3 Milliarden Euro betragen.

„Der Wealth-Management-Markt in Deutschland wächst weiterhin“, erklärt Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand der Marktregion West und Gesicht des Commerzbank Wealth Managements. „In der neuen Struktur sind wir flächendeckend präsent. Damit können wir noch besser von diesem Wachstumsmarkt profitieren.“

Wachstumspotenzial im Commerzbank Wealth Management sieht man vor allem durch die Zusammenarbeit mit der Mittelstandsbank. „Wir kennen unsere Kunden und Ihre Bedürfnisse. Ziel ist, unseren mittelständischen Kunden sowohl in allen unternehmerischen Belangen als auch auf der privaten Seite aus einer Hand zu beraten“, so Holtkemper.

Rund 100.000 mittelständische Firmen mit einem Jahresumsatz von über 2,5 Millionen Euro werden derzeit von der Bank betreut. Eine Umfrage unter diesen Kunden hätte ergeben, dass rund ein Drittel von denen, die im Privaten noch kein Kunde der Commerzbank sind, Interesse an einer Kundenbeziehung abseits des Firmengeschäfts hätten.