LGT Private Banking Report 2018, Teil 2 Bindung an Bank schlägt Bindung an Berater

LGT Private Banking Report: Die Studienautoren sehen trotz relativ hoher Kundenzufriedenheit ein latentes Abwanderungspotential. | © LGT

LGT Private Banking Report: Die Studienautoren sehen trotz relativ hoher Kundenzufriedenheit ein latentes Abwanderungspotential. Foto: LGT

Private-Banking-Kunden in der D-A-CH-Region sind mit ihrer Bank mehrheitlich zufrieden, aber nicht von ihr begeistert. Im Schnitt würde nur knapp die Hälfte das Institut weiterempfehlen. Das geht aus dem LGT Private Banking Report 2018 hervor, den das Liechtensteiner Institut seit 2010 alle zwei Jahre gemeinsam mit der Abteilung für Asset Management der Johannes Kepler Universität Linz veröffentlicht.

Zur relativen Zufriedenheit tragen natürlich Marktrenditen und Börsenstimmung der jüngeren Vergangenheit bei: Die im Jahr 2017 von den Befragten erreichte Rendite auf ihr Anlagevermögen lag bei 11,7 Prozent für die Schweiz, 8,8 Prozent für Österreich und 6,3 Prozent für Deutschland. Mit dieser Rendite erklären sich 76 Prozent der Schweizer, 49 Prozent der Österreicher und 75 Prozent der Deutschen zufrieden.

Ausschlaggebend für die Zufriedenheit ist aus Sicht der befragten Private-Banking-Kunden jedoch vor allem die finanzielle Stabilität einer Bank, gefolgt von der fachlichen Kompetenz des Kundenberaters, einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und einem guten Online-Zugang zu Dienstleistungen.

Erst mit etwas Abstand folgen die überdurchschnittliche Rendite und der gute Ruf der Bank. Persönliche Sympathie für den Kundenberater, Filialen in direkter Nähe und traditionelle familiäre Verbundenheit scheinen weniger relevant zu sein.

Bezieht man die Frage nach der Zufriedenheit nicht auf die Bank, sondern auf den jeweiligen Berater, ergibt sich ein ähnlich positives Bild – mit geringen Einschränkungen. Obwohl weniger als die Hälfte der Private-Banking-Kunden von ihrem Kundenberater begeistert ist, fällt dessen Beurteilung insgesamt gut aus. Hohe Zustimmungswerte weisen insbesondere die Aspekte „Bedürfnisverständnis“ und „Zugang zu Anlagekompetenz“ auf.

Dennoch verbirgt sich aus Sicht der Studienautoren hinter diesen Zahlen ein latentes Unzufriedenheitspotential: Wenn mehr als ein Viertel der Kunden mit der Bank, dem Kundenberater oder beidem unzufrieden ist, bestehe ein substantielles Abwanderungsrisiko.