Europa-ETFs Institutionelle Anleger setzen bei der Eurozone bevorzugt auf den MSCI EMU

Dag Rodewald, Leiter Passive & ETF Specialist Sales Deutschland & Österreich bei UBS: „Der MSCI EMU ist deutlich breiter diversifiziert“

Dag Rodewald, Leiter Passive & ETF Specialist Sales Deutschland & Österreich bei UBS: „Der MSCI EMU ist deutlich breiter diversifiziert“

In diesem Jahr haben Investoren ihren Blick wieder Richtung Europa gerichtet. Auch aus den USA ist Interesse an europäischen Aktien zu spüren. Die politischen Unsicherheiten, die das vergangene Jahr in Europa geprägt haben und dessen Höhepunkt wohl das „Ja“ der Briten zum EU-Austritt darstellte, sind abgeflaut.

Die politische Stabilität scheint wiederhergestellt, die Wahrscheinlichkeit eines Auseinanderbrechens der EU ist deutlich gesunken. Das lässt sich auch an den Zuflüssen in ETFs auf europäische Aktien sehen. Insbesondere Aktien aus dem Euroraum stehen im Fokus. Hier sind die Zuflüsse in diesem Jahr signifikant gestiegen, die Wahlergebnisse in den Niederlanden und in Frankreich waren dafür wichtige Treiber.

Der Aktienmarkt des Euroraums wird über mehrere Indizes abgebildet, und diverse ETFs stehen hierfür als Investitionsmöglichkeit zur Verfügung. Der bekannteste ist der Euro Stoxx 50. Der Index, der die 50 größten Unternehmen des Euroraums vereint, hat sich bei vielen Asset Managern als Benchmark für die Aktienmärkte der Währungsunion etabliert.

Bei den Kunden von UBS-ETF ist jedoch der MSCI EMU der begehrtere Index. Während der UBS ETF (LU) Euro Stoxx 50 Ucits ETF ein Volumen von rund 800 Millionen Euro aufweist, ist der UBS ETF (LU) MSCI EMU Ucits ETF mehr als viermal so groß und über 3,5 Milliarden Euro schwer.

Der MSCI EMU ist der Regionenindex vom Indexanbieter MSCI für die Eurozone. EMU steht für European Monetary Union. Er folgt der gleichen Methodologie wie die anderen MSCI Länder- und Regionenindizes. Dies ist ein Grund dafür, dass er gerade bei institutionellen Anlegern mit einem weltweiten Portfolio beliebt ist. Sie greifen gern bei der Kombination mehrerer Anlagen im Portfolio auf die gleiche Indexmethodologie zurück.

MSCI EMU enthält auch Mid Caps

Ein weiteres Argument für den MSCI EMU ist seine Struktur. Er ist deutlich breiter diversifiziert als der Euro Stoxx 50. Er enthält derzeit 241 Unternehmen und deckt damit rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung in der Eurozone ab. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass der Euro Stoxx 50 nur auf Large Caps setzt, der MSCI EMU aber auch Aktien aus dem Mid-Cap-Segment mit 15 Prozent berücksichtigt.

Während der Sektorenmix bei den beiden Indizes recht ähnlich ausfällt, haben bei der Länderbetrachtung Deutschland und Frankreich im MSCI EMU einen nicht ganz so großen Anteil wie im Euro Stoxx 50. Stattdessen sind Finnland, die Niederlande und Italien etwas stärker gewichtet.

Die Länder- und Sektorengewichtungen haben allerdings kaum für Performance-Unterschiede gesorgt. Hierfür war das Mid-Cap-Segment der wesentliche Treiber. Über die vergangenen 17 Jahre hat sich der MSCI EMU annualisiert um fast einen Prozentpunkt besser entwickelt als der Euro Stoxx 50. Auch dies ist sicherlich ein Argument für den MSCI EMU.