Echtgeld-Test Lohnt sich die Robo-Advice-Anlage?

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Wie sieht es mit den Robotern im Echtgeldtest aus?

Bei Cashboard fallen neben einer Gewinnbeteiligung auch Kosten in Form von Ausgabeaufschlägen und Transaktionskosten an. Bei den anderen Anbietern sind teils Ordergebühren, Fonds-/ETF-Kosten fällig sowie 0,49 bis 1,96 Prozent der Anlagesumme als Gebühr.

Die Robo Advisors im Echtgeld-Test verursachen im Vergleich zu einer Anlagestrategie mit preisgünstigen Core-ETFs also mehrheitlich höhere Kosten. Ein Portfolio mit Core-Satellite-ETFs muss der Anleger allerdings letztlich selbst entwickeln und beobachten, eine Arbeit die ihm die Robo-Advice-Anbieter ja gerade abnehmen möchten und dafür ein Aufgeld verlangen.

Der Blick nach Westen

Während sich die Online-Vermögensverwaltung hierzulande inzwischen wachsender Beliebtheit erfreut, wurde mit der Gründung von Betterment der Trend in den USA bereits vor fünf Jahren gesetzt. Die Nachfrage in den USA ist groß. Bereits im ersten Geschäftsjahr konnte Betterment ein Einlagevolumen von zehn Millionen Dollar verzeichnen. Inzwischen verwaltet das Unternehmen ein Vermögen von 2,2 Milliarden Dollar von 85.000 Kunden. Neben Betterment gehört mittlerweile auch das in 2011 gegründete Unternehmen Wealthfront zu den US-Marktführern.

Die digitale Vermögensverwaltung ist angesichts der transparenten und einfachen Strukturen ein spannender Ansatz, mit dem auch Laien von den Vorzügen des Kapitalmarktes profitieren können. Die vergleichsweise einfache Anwendung könnte für viele der Einstieg in die eigene Vermögensverwaltung sein.

Im Großen und Ganzen dürften die Vorzüge von Robo-Beratern vor allem die jüngere, internetaffine Generation ansprechen. Nutzer der automatisierten Vermögensberatung müssen auf eine fundierte und individuelle Beratung verzichten.

Diese wird allerdings dann unverzichtbar, wenn es um eine langfristige, also bedürfnisorientierte Finanzplanung geht, beispielsweise beim Thema Altersvorsorge. Angesichts der Bedeutung eines individuellen Finanzkonzepts kann in Robo-Advice-Plattformen kaum eine nachhaltige Bedrohung zur traditionellen Vermögensberatung gesehen werden.


Über den Autor:
Daniel Franke ist Gründer und Geschäftsführer von Franke Media, einer Betreiberfirma von rund 75 Informationsportalen rund um Finanz- und Geldanlagethemen, darunter Brokervergleich.de. Das Vergleichsportal für Online-Broker aus Deutschland stellt immer wieder auch Vergleiche zu Trends wie Social Trading oder Crowdinvesting an.