Echtgeld-Test Lohnt sich die Robo-Advice-Anlage?

Nur ein Robo-Advice-Anbieter schnitt im vergangen halben Jahr besser ab als ein Mischindex aus MSCI World und Barclays Global Aggregate Bond | © Brokervergleich.de

Nur ein Robo-Advice-Anbieter schnitt im vergangen halben Jahr besser ab als ein Mischindex aus MSCI World und Barclays Global Aggregate Bond Foto: Brokervergleich.de

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Robo-Advice-Anbieter haben einen neuen Weg in der digitalen Finanzverwaltung beschritten. Mit entsprechenden Plattformen wollen die entsprechenden Start-ups den Anlagemarkt revolutionieren und traditionellen Finanzberatern den Kampf ansagen. Ob sich der Schritt zur digitalen Alternative für Anleger lohnt, zeigte, wie wir meinen, unser Echtgeld-Test, der unter realen Bedingungen die Performance von Robo-Advice-Plattformen in Deutschland abbildet.

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Quelle: Brokervergleich.de

Auf unserer Homepage wird seit Mai 2015 die monatliche Performance der sieben Robo-Advice-Anbieter Vaamo, Cashboard, Easyfolio, Comdirect, Fintego, Quirion und Sutor Bank im Vergleich zu einer Benchmark aus 50 Prozent MSCI World Indes und 50 Prozent Barclays Global Aggregate Bonds Index betrachtet und übersichtlich dargestellt.

Nach sechs Monaten zeigt sich, dass Cashboard mit 0,2 Prozent als einziger von sieben Anbietern die Benchmark von minus 1,60 Prozent geschlagen hat.

Robo Advisor bieten Privatanlegern die Möglichkeiten, bereits mit überschaubaren Anlagebeträgen an den Chancen des Kapitalmarktes zu partizipieren. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Auf Grundlage eines standardisierten Abfrageprozesses wird ein individuelles Risiko-Rendite-Profil erstellt, im Zuge dessen erhält der Nutzer einen Anlagevorschlag.

Robo Advisors setzen auf die passive Anlage, die Portfolios werden in der Regel mit günstigen börsengehandelten Indexfonds (ETF) bestückt. Das Portfoliomanagement erfolgt ganz klar nach mathematischen Algorithmen, vollkommen frei von Bauchgefühlen, Intuitionen und Zufällen. Die passive Anlageverwaltung macht sich vor allem in den Gebühren bemerkbar. Im langfristigen Vergleich mit aktiven Anlagestrategien fahren Nutzer von Robo-Advice-Plattformen deutlich günstiger.

Vorhandene Alternativen

Zwar nimmt die niedrige Kostenstruktur deutlichen Einfluss auf die Performance der verglichenen Robo-Advice-Anbieter, Langfristanleger können mit etwas Fleiß aber auch anderweitig von günstigen Gebühren und hohen Renditeaussichten profitieren.

Denn so genannte Core-ETFs, beispielsweise von iShares und db X-trackers, bieten auch Privatanlegern die Möglichkeit, kostengünstig von der Wertentwicklung der weltweit wichtigsten Aktienindizes zu partizipieren.

Anleger können mit den Core-ETFs schon ab 0,09 Prozent der Anlagesumme in den europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 investieren. ETFs, die den US-Index S&P 500 abbilden, gibt es bereits für 0,07 Prozent laufende Kosten pro Jahr.

Eines der vielen erhältlichen kostenfreien Depots vorausgesetzt, bedeutet dies: Wer 10.000 Euro in einen solchen Core-ETF investiert, muss dafür im Jahr nur sieben Euro an die Fondsgesellschaft abgeben. Wer sein Portfolio nach der Core-Satellite-Strategie aufbaut und die Kern-ETFs lange hält, kann somit sehr kostengünstig ein vielversprechendes Portfolio aufbauen.