Die Marktlage zum Jahreswechsel „Wir bleiben in Aktien übergewichtet“

Babak Kiani, Co-Head Portfolio Management bei HSBC Global Asset Management (Deutschland): „Vieles spricht dafür, dass die gute Laune an den Aktienmärkten vorerst anhält.“

Babak Kiani, Co-Head Portfolio Management bei HSBC Global Asset Management (Deutschland): „Vieles spricht dafür, dass die gute Laune an den Aktienmärkten vorerst anhält.“

Aktien übergewichten? Oder Gewinne sichern und in eine neutrale Position zurückkehren? Der fundamentale Datenkranz hat sich in den vergangenen Wochen zugunsten von Aktienanlagen verändert. Als Beispiel mögen die höheren Wachstumserwartungen, zuletzt in Deutschland seitens des Sachverständigenrats, oder auch die besseren Gewinnausweise der laufenden Berichtssaison dienen.

„Die weiterhin hohe Liquidität stützt die Finanzmärkte“

Die jüngst veröffentlichten positiven Zahlen zum Geschäftsklimaindex in Deutschland sind ein weiteres Beispiel. Diese Daten rechtfertigen unseres Erachtens durchaus die weiter gestiegenen Kurse. Wir können aus diesen und ähnlichen Daten keine unmittelbare Gefährdung der aktuellen Hausse ableiten. Zwar gab es zuletzt seitens der Zins- und Liquiditätspolitik viele Einzelmeldungen. Doch der Grundtrend bleibt unverändert. Ganz gleich ob in Großbritannien eine marginale Zinserhöhung vorgenommen wurde oder ob inzwischen langerwartete Reduktionen des Anleihekaufprogramms der EZB tatsächlich auch öffentlich kommuniziert werden. Die insgesamt an den Märkten verfügbare Liquidität bleibt hoch und wirkt, wenn schon nicht als Treiber, so doch als gute Stütze an den Finanzmärkten.

Vieles spricht dafür, dass die gute Laune vor allem an den Aktienmärkten vorerst noch weiter anhält. Dies gilt gerade dann, wenn die geopolitischen Unsicherheiten wie zurzeit an Schärfe verlieren. In diesem Umfeld spricht nach unserer Einschätzung wenig dafür, Aktienbestände spürbar zu reduzieren. Umso mehr, als sich bei negativen Zinsen am kurzen Ende zwangsweise die Frage nach den Anlagealternativen stellt. Derer gibt es bekanntlich im deutlich weniger riskanten Bereich bestenfalls wenige, wenn nicht gar keine. Carpe Diem also, und bloß nicht zu früh verkaufen.