Michael Krautzberger, Blackrock Anleihemärkte: Es bleibt alles anders

Michael Krautzberger, Leiter des europäischen Rentenfondsteams bei BlackRock

Michael Krautzberger, Leiter des europäischen Rentenfondsteams bei BlackRock

Autor: Michael Krautzberger,  Rentenspezialist und Investmentchef von Blackrock Asset Management Deutschland, über Risikoprämien im Aktien- und  Anleihebereich.

In diesem Umfeld bleiben flexible Strategien 2014 der richtige Weg, um positive Erträge am Anleihemarkt zu erzielen. Beispielsweise gehen wir davon aus, dass die US-Kapitalmarktzinsen sowohl am kurzen als auch am langen Ende steigen werden. Da steigende Zinsen mit sinkenden Kursen einhergehen, sind die Aussichten für Lang- und Kurzläufern ungünstig.

Allerdings dürfte der Zinsanstieg bei Kurzläufern höher ausfallen als bei Langläufern und es dadurch zu einer flacheren Zinsstrukturkurve kommen. Daher bietet es sich an, Papiere mit langen Laufzeiten zu kaufen und Papiere mit kurzen Laufzeiten zu verkaufen. Dabei sollten die Ertragschancen aus den Verkäufen mögliche Kursverluste aus den Käufen überwiegen und eine positive Gesamtperformance ermöglichen.

Verhältnis zwischen Zins- und Kreditrisiken ausgeglichener gestalten

Darüber hinaus sollten Investoren das Verhältnis zwischen Zins- und Kreditrisiken gegenüber 2013, als Kreditrisiken auf breiter Front durch attraktive Renditechancen kompensiert wurden, ausgeglichener gestalten. Denn vor allem bei Unternehmensanleihen sehr guter und guter Bonität haben die Risikoaufschläge angesichts der Kurssteigerungen im vergangenen Jahr deutlich abgenommen, weshalb wir dort vorsichtig geworden sind. Bei Hochzinsanleihen erkennen wir noch Potenzial, beobachten die langfristigen Perspektiven aber sehr genau.

Die Aussichten für Schwellenländeranleihen haben sich unterdessen verbessert. Zwar bestehen Risiken wie eine abnehmende Liquidität im Zuge einer strafferen US-Notenbankpolitik nach wie vor. Aber der Markt hat dies inzwischen weitgehend eingepreist, so dass die Risiken aus unserer Sicht wieder attraktiver entlohnt werden. Anleger sollten jedoch die teils gravierenden Unterschiede zwischen den einzelnen Schwellenländern beachten.

Mit flexiblen Strategien reagieren

„Es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen“, singt Grönemeyers in „Bleibt alles anders“. Auch in diesem Punkt trifft er die Situation der Anleiheinvestoren sehr gut: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der breite US-Fixed-Income-Markt 2014 auf eine negative Performance hinausläuft und auch der Gesamtmarkt in Europa nur moderate Erträge erzielt. Wer mit flexiblen Strategien auf das Umfeld reagiert, kann aber dennoch attraktive Renditen erwirtschaften.