Aktien-Hausse dank Trumpflation US-Aktien sind zu Recht teuer

Gökhan Kula ist Gründer der Fondsboutique Myra Capital | © Ana Mutter

Gökhan Kula ist Gründer der Fondsboutique Myra Capital Foto: Ana Mutter

Der US-Aktienmarkt hat sich im Nachgang der Präsidentschaftswahlen nochmals fester gezeigt und hat das Jahr 2016 als einer der weltweit besten Aktienmärkte abgeschlossen.

Die Nachwirkungen nach Donald Trumps überraschendem Wahlsieg haben sich in weiter positiven Aussichten für die US-Konjunktur gefestigt – auch wenn noch Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß und die Geschwindigkeit der Umsetzung seiner Ideen herrscht. Die US-Notenbank Fed hat der antizipierten kleinen Erhöhung des Leitzinssatzes den Markterwartungen entsprochen, wobei mittlerweile für das Jahr 2017 drei weitere Zinsschritte erwartet werden.

Endlich wieder Inflation

Mit der Wahl von Trump ist die Hoffnung gekommen, dass nach Jahren der Deflationsangst nun durch die angekündigte expansive Fiskalpolitik die Inflation wieder steigen könnte. Die Zinsentwicklung seit der Präsidentschaftswahl bestätigt genau dies: innerhalb kürzester Zeit sind die Zinsen für 10-jährige US-Staatsanleihen um 0,8 auf 2,6 Prozent im Hoch gestiegen. Auch wenn in den vergangenen Wochen die langfristigen Zinsen leicht zurückgekommen sind, sollten Investoren zinssensitive Anlagen nur mit Vorsicht genießen.

Somit bleibt das positive Umfeld für sachwertorientierte Aktienanlagen weiterhin aufrecht. Im weiteren Verlauf soll dieser Beitrag die weiterhin hohe Attraktivität qualitativ hochwertiger US-Aktienanlagen zeigen, zumal der derzeitige Konsens entgegengesetzt auf eine Überbewertung von US-Aktien im Vergleich zu anderen Regionen hindeutet. Insbesondere Anleger, die auf regelmäßige Ausschüttungen aus ihren Kapitalerträgen angewiesen sind, kommen um Investments in den USA nicht umhin.

Qualität hat seinen Preis

Qualitätsunternehmen, die eine starke Wettbewerbspositionen haben, gute Bilanzen und eine hohe Profitabilität vorweisen sowie entsprechende Cashflows erzielen, dürfen teurer sein. Mit einem durchschnittlichen Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward-KGV) von 17,1 (15-Jahres-Durchschnitt: 16,5) und Kurs-Buch-Verhältnis von 2,8 (15-Jahres-Durchschnitt: 2,6) sind US-Unternehmen im relativen Vergleich derzeit sicherlich schon gut bewertet, auch wenn sich dies im langfristigen historischen Vergleich wieder relativiert (vergleiche die nachfolgenden Charts).


Auch aufgrund der geringeren Marktvolatilität und der sehr hohen Liquidität und Markttiefe sind US-Aktien systematisch teurer bewertet als beispielsweise europäische Aktien.