Umfrage Immobilienquote der Versicherer erreicht Höchststand

Dietmar Fischer ist Partner bei EY Real Estate und Autor der Studie Trendbarometer Assekuranz 2019. | © EY Real Estate

Dietmar Fischer ist Partner bei EY Real Estate und Autor der Studie Trendbarometer Assekuranz 2019. Foto: EY Real Estate

Die durchschnittliche Immobilienquote der Versicherer befindet sich auf einem historischen Höchststand und liegt mit 10,3 Prozent erstmals im zweistelligen Bereich. Das zeigt das aktuelle Trendbarometer Assekuranz 2019 von EY Real Estate. Für die nunmehr zwölfte Auflage der Studie hat das Beratungsunternehmen im Mai und Juni 24 führende Unternehmen der Versicherungsbranche befragt. Entscheidend für Trend in diese Anlageklasse sei die Cashflow-Rendite, mit der Versicherer ihre Garantiezinsversprechen auch im anhaltenden Niedrigzinsumfeld halten können, so Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate und Autor der Studie.

Zudem wollen 70 Prozent der Befragten ihre Immobilienbestände weiter erhöhen. Rund drei Viertel geben an, dass die Anlageklasse Immobilien bei ihnen am stärksten ausgebaut werde. Entsprechend sehen 80 Prozent der Versicherer Unternehmen der eigenen Branche als stärkste Konkurrenz – gleich nach privaten Investoren und Family Offices (84 Prozent).

Inkaufnahme höherer Risiken

Zunehmend tätigten die Unternehmen der Assekuranz auch risikoreichere Immobilieninvestments. Mehr als 70 Prozent der Befragten halten diesen Trend für unumkehrbar. Risikoärmere Immobilieninvestments im traditionell beliebtesten Core-Bereich seien heiß umkämpft. Und aufgrund des mangelnden Angebots werde die Suche nach geeigneten Objekten immer schwieriger. So ist mittlerweile die mit höherem Risiko behaftete Klasse Core+ die bevorzugte Risikokategorie. Insgesamt gaben rund zwei Drittel der Versicherer an, heute mehr Risiko in Kauf zu nehmen als noch vor zwei Jahren.

„Das maßgeblich von der Niedrigzinspolitik verursachte sehr hohe Preisniveau treibt die Versicherungen in riskantere Investments, um ihre Renditeziele zu erreichen“, sagt Fischer. Entsprechend werden auch Value-Add-Investments – hohe Renditeerwartung bei hohem Ausfallrisiko – für 70 Prozent der Umfrageteilnehmer interessanter. Investitionen in der riskantesten Kategorie Opportunistic lehnen mehr als 60 Prozent der Befragten dennoch ab.

Risikokategorien von Immobilien-Investments

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 Quelle: EY Real Estate

Europa und Deutschland favorisiert

Der Investmentfokus der befragten Versicherungsunternehmen liegt klar und deutlich auf Europa (59 Prozent), gefolgt von Asien und Ozeanien (31 Prozent) und Nordamerika (30 Prozent). Afrika wie auch Zentral- und Südamerika spielen für die Assekuranz hingegen keine Rolle. Innerhalb Europas werden klar West- (74 Prozent) und Nordeuropa (65 Prozent) bevorzugt.

Deutschland bleibt der favorisierte Markt (96 Prozent), während das einst so beliebte Großbritannien offenbar unter dem anstehenden Brexit leidet: Nur noch 19 Prozent schätzen den britischen Immobilienmarkt als interessant ein. Allerdings wird auch Deutschland überwiegend nur noch als „attraktiver“ und nicht mehr als „sehr attraktiver“ Markt angesehen. „Auch im europäischen Vergleich sinkt die Attraktivität des deutschen Marktes durch das mittlerweile vergleichsweise hohe Preisniveau“, sagt Fischer.

Immobilien-Investments Deutschland: gefragter Standort als sicherer Hafen

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 Quelle: EY Real Estate