Am Markt für Immobilien und Immobilienfonds Angebotsknappheit wird anhalten

Ulrich Nack ist Vorstandsmitglied beim Immobilienanlagenvermittler Real Exchange, kurz Reax. | © Reax

Ulrich Nack ist Vorstandsmitglied beim Immobilienanlagenvermittler Real Exchange, kurz Reax. Foto: Reax

Offene Immobilien-Spezialfonds verwalten laut dem Fondsverband BVI derzeit ein Netto-Vermögen von 77 Milliarden Euro. Beim Fondsmanagement vertrauen die Investoren zunehmend externen Experten. Vor fünf Jahren wurden lediglich 4 Prozent des Vermögens von externen Fondsmanagern betreut. Der Anteil hat sich seitdem auf 24 Prozent erhöht.

Durch die starke Nachfrage und die zunehmende Regulierungsdichte wird der Bedarf an Beratungs- und Vertriebsdienstleistungen rund um Immobilienfonds weiter zunehmen. Und durch die Größe und die Professionalität, die der Markt inzwischen erreicht hat, richtet sich der Blick nun auf den Sekundärmarkt, auf dem Fondsanteile unter Investoren einfacher, schneller und günstiger als bisher gehandelt werden können.

Von der optionalen Beimischung zum Must-have

Vor der Niedrigzinsphase konnten Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke ihren Renditeverpflichtungen noch weitgehend mit festverzinslichen Wertpapieren nachkommen. Immobilieninvestments rentierten zwar schon damals deutlich höher, aber sie spielten in den Investmentportfolios eine andere Rolle: Sie wurden je nach Anlagestrategie optional zur Risikodiversifikation, als Renditetreiber oder zur Stabilisierung beigemischt. Die Einnahmeseite ist durch Mietverträge stabil und gut vorhersehbar – und sie korreliert nur wenig mit dem Börsengeschehen.

Mit Beginn der Niedrigzinsphase änderte sich die Lage. In den ersten Jahren war der Druck, in alternative Anlageformen wie Immobilien zu investieren, noch nicht allzu hoch. Die Renditen neu emittierter festverzinslicher Wertpapiere erreichten zwar Tiefstwerte, aber der Bestand der Papiere im Portfolio verfügte noch über ausreichend hohe Restlaufzeiten.

Die Gesamtperformance ging zwar zurück, das aber noch in akzeptablem Rahmen und einfach zu rechtfertigen mit dem allgemein niedrigeren Zinsniveau. Mit der vor allem im Euroraum bis auf weiteres anhaltenden Niedrigzinsphase und dem Auslaufen der höher verzinsten Papiere ändert sich nun die Lage. Der Anlagedruck institutioneller Investoren steigt, auf alternative Investments wie Immobilien auszuweichen.