Studie von LGT Private Banking Kundenberater vernachlässigen die nächste Kunden-Generation

In den kommenden Jahren werden große Vermögenssummen durch Erbschaft den Besitzer wechseln, doch die neue Kundschaft ist den Beratern zumeist noch unbekannt..  | © LGT

In den kommenden Jahren werden große Vermögenssummen durch Erbschaft den Besitzer wechseln, doch die neue Kundschaft ist den Beratern zumeist noch unbekannt.. Foto: LGT

Erbfragen sprechen vermögende Privatkunden in vielen Fällen früh und ausführlich an. Das ist das Ergebnis des aktuellen LGT Private Banking Reports. In der Schweiz erklären demnach 35 Prozent der Befragten, dass sie Gespräche über Erbfragen mit den eigenen erwachsenen Kindern bereits intensiv geführt haben (Österreich 39 Prozent). 54 Prozent haben das Thema zumindest schon in sehr allgemeiner Form besprochen (Österreich 47 Prozent).

Lediglich 11 Prozent in der Schweiz beziehungsweise 14 Prozent in Österreich haben sich mit dem Thema noch gar nicht auseinandergesetzt. Dabei geben in der Schweiz 64 Prozent der Befragten an, sehr genaue Vorstellung davon zu haben, was mit dem eigenen Vermögen passieren soll (Österreich 65 Prozent).

In den kommenden Jahren werden große Vermögenssummen durch Erbschaft den Besitzer wechseln. Damit sehen sich Banken und Beratern einer neuen Kundengeneration gegenüber. Sie wird völlig andere Bedürfnisse und Verhaltensmuster haben als die Elterngeneration. Deshalb müssen Banken und Berater den Kontakt zur neuen Kundschaft frühzeitig herstellen und eine Beziehung aufbauen, sonst könnte sie mit dem Erbe zu einem anderen Institut wechseln.

>> Vergrößern


In der Schweiz kennen die Berater bisher jedoch in rund der Hälfte der Fälle die erwachsenen Kinder des Kunden nicht (Österreich 30 Prozent). Lediglich bei 7 Prozent der Fälle gibt es einen regelmäßigen Kontakt (Österreich 15 Prozent). Bei Unternehmern hingegen fällt die Zahl deutlich höher aus: Hier besteht bei 40 Prozent der Fälle Kontakt zwischen dem Kundenberater und den erwachsenen Kindern des Kunden - bei 15 Prozent findet er sogar regelmäßig statt. Damit haben Berater jedoch auch hier in rund 30 Prozent der Fälle keinen Bezug zur Erbengeneration.