Rauswurf bei Sal. Oppenheim „Gold hat seinen Status als sicherer Hafen verloren“

Sal. Oppenheim verzichtet auf Gold in seinen Portfolios

Sal. Oppenheim verzichtet auf Gold in seinen Portfolios

Ein Statement wie ein Donnerhall: „Wir sehen in Gold eine volatile und riskante Anlageform ohne inneren Wert. Und da wir auch mittelfristig keine Preiserholung erwarten, halten wir nun keine Gold-Investments mehr“, sagt Lars Edler, Chef-Investmentstratege bei der Privatbank Sal. Oppenheim. Mit dieser Einschätzung untermauert das Geldhaus seine Ankündigung, sich ab sofort von allen Gold-Investments zu trennen.

Statt auf das Edelmetall als klassischen Portfolio-Mitbestandteil setzt die Privatbank nach eigener Auskunft zukünftig neben Aktien, Anleihen und Bargeld auf Absolute-Return-Produkte und alternative Investments wie Immobilien, Hedgefonds, Private Equity und andere Rohstoffe.

Goldenes Déjà-vu

Maximilian Uleer, Rohstoffexperte bei Sal. Oppenheim, sagt in der Ankündigung der Privatbank, er fühle sich an 1980 erinnert. Der Goldpreis sei damals in zwei Jahren um 50 Prozent eingebrochen. Trotz kurzfristiger Erholungen habe es fast 20 Jahre gedauert, bis es wieder einen positiven Trend auf dem Goldmarkt gab. „Wer auf langfristig steigende Preise hofft, muss womöglich viel Geduld mitbringen“, schätzt der Portfoliomanager.

Internationale Krisenherde in der Ukraine oder dem Nahen und Mittleren Osten hätten keinen Einfluss mehr auf Goldankäufe. „Das Edelmetall hat seinen Status als sicherer Hafen verloren“, resümiert Uleer. Der Goldpreis zeige schon seit Jahren keine Reaktion auf geopolitische Krisen mehr. Lediglich Extremereignisse wie ein Auseinanderbrechen der Eurozone oder eine Hyperinflation könnten den Goldpreis noch steigern. Beide Szenarien schließen die Sal.-Oppenheim-Experten aktuell aus.