„Viel zu margenschwach“ Private-Banking-Sparte der Credit Suisse: Commerzbank winkt ab

Das „Manager Magazin“ will erfahren haben, dass ausgerechnet die Commerzbank die Bücher des deutschen Privatkundengeschäfts der Credit Suisse geprüft haben soll. Kurios: Gilt die Frankfurter Krisenbank doch selbst als potenzieller Übernahmekandidat.

Nach der Einsicht in die Unterlagen soll die Commerzbank den Kauf der Private-Banking-Sparte jedoch wieder verworfen haben. Nicht attraktiv: Zu diesem Ergebnis soll ebenfalls bereits die DZ Bank und M.M. Warburg gekommen sein.

Der von der Credit Suisse zum Verkauf angebotene Bereich soll alle Privatkunden-Depots mit einem Anlagevolumen zwischen 50.000 Euro und rund einer Million Euro umfassen (reichere deutsche Kunden will die Schweizer Bank wohl behalten). Insgesamt soll es um Kundengelder in Höhe von fünf bis sieben Milliarden Euro gehen.

Mit einem Kauf hätte die Commerzbank, die nach eigenen Angaben in ihrer Private-Banking-Sparte aktuell gut 50 Milliarden Euro verwaltet, zur Deutschen Bank aufschließen können – die Töchter Oppenheim und BHF nicht mitgezählt. Auch die DZ Bank hätte mit ihrem aktuell verwalteten Anlagevolumen von rund 13 Milliarden Euro einen guten Schritt nach vorne machen können.

„Zu klein und viel zu margenschwach“

Ein Insider erklärt den Rückzieher der beiden Banken jedoch wie folgt: „Das Problem ist nicht nur, dass die Privatkundeneinheit der Credit Suisse zu klein ist – sie ist auch viel zu margenschwach."

Das läge daran, dass die Schweizer Bank in Deutschland jahrelang auf starkes Wachstum aus war, um Marktanteile zu gewinnen. Kunden seien mit günstigen Konditionen gelockt und Berater mit hohen Gehältern von Wettbewerbern abgeworben worden. Mit der Masse sollte später dann die Marge kommen. Dieses Kalkül sei bei der Credit Suisse jedoch nie aufgegangen.

Wer kommt jetzt noch als Käufer infrage?

Angeblich soll noch in diesem Monat eine Entscheidung über den Verkauf fallen. Doch wer kommt jetzt noch als Käufer infrage? Angeblich sind die französische BNP Paribas und die spanische Santander ernsthafte Kandidaten. Zum erweiterten potenziellen Käuferkreis gesellen sich die ABN-Amro-Tochter Bethmann Bank, Merck Finck und die Berenberg Bank hinzu.