Philipp Neuhofen von UBS Deutschland „Man sollte die Regulatorik als Teamarbeit verstehen“

Philipp Neuhofen leitet den Bereich Financial Intermediaries bei der UBS Deutschland

Philipp Neuhofen leitet den Bereich Financial Intermediaries bei der UBS Deutschland

In den vergangenen Jahren sind die regulatorischen Vorgaben in der Vermögensverwaltung und bei der Anlageberatung privater Kunden erheblich ausgeweitet worden. Angesichts der Signale, die die Finanzaufseher aussenden, ist davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

Davon betroffen ist nicht nur das klassische Privatkundengeschäft der Banken und Asset Manager, sondern auch die zahlreichen Finanzintermediäre (FIM) im Bereich des Wealth Managements. Dazu gehören unabhängige Vermögensverwalter und Family Offices ebenso wie Private-Label-Fonds und Versicherungen.

Profitabel bleiben trotz steigender Kosten

Kennzeichnend dabei ist, dass viele dieser FIMs in vergleichsweise kleinen betriebswirtschaftlichen Einheiten operieren. Anders als bei Banken, die große Compliance-Abteilungen vorhalten, wird es für sie zunehmend schwierig, notwendige Ressourcen, die zur Einhaltung der regulatorischen Standards erforderlich sind, effizient und zu vertretbaren Kosten vorzuhalten, da sie nur geringe Losgrößenvorteile nutzen können.

Für die meisten Finanzintermediäre besteht die Herausforderung darin, regulatorische Kriterien und Prozesse einzuhalten und gleichzeitig profitabel zu arbeiten. Gerade kleinere Anbieter in der Vermögensverwaltung sind daher mehr denn je auf Teamwork angewiesen – allein schon deshalb, weil sie gar nicht in der Lage sind, die gesamte Dienstleitungskette in diesem anspruchsvollen Geschäft alleine abzudecken.

Die Regulatorik macht den Anbietern sehr umfangreiche Vorgaben, bevor sie überhaupt Zugang zu einzelnen Teilen dieser Kette bekommen, zum Beispiel durch den vorangehenden Erwerb einer Bank- oder Lizenz nach Paragraf 32 des Kreditwesengesetzes (KWG). Sie beeinflusst ganz konkret, wie eine Vermögensverwaltungsdienstleistung oder ein Anlageprodukt konzipiert wird. Das Spektrum reicht von Produktinformationen, über anlegergerechte Beratung bis hin zur  Umsetzung von After-Sales-Services. Themen dabei sind Reporting ebenso wie der Bereich Steuern.

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