Nachfolgeplanung, Planbarkeit und Steuervorteil Was Versicherungslösungen im Private Banking leisten können

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2. Steuervorteile

Weiterer Vorteil der Versicherung gegenüber reinem Investmentvermögen: Da Versicherungen einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge leisten können, sind sie steuerlich begünstigt. Während Anleger Zinserträge und Dividenden bei einem direkten Investment in Wertpapiere jährlich mit dem pauschalen Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent plus Kirchensteuer plus Solidaritätszuschlag versteuern müssen, bleibt ihnen das bei Policen erspart. Dadurch kann sich der Zinseszinseffekt dort wunderbar entfalten.

Berechnungen zufolge kann das bei 15 Jahren Laufzeit einen Unterschied von 20 Prozent ausmachen. Erst bei der Ablaufleistung der Versicherung greift der Fiskus zu. Trotzdem gibt es bei gewissen Voraussetzungen Steuergeschenke. Nämlich, wenn der Kunde bei Ablauf der Versicherung mindestens 62 Jahre alt ist und die Police seit mindestens zwölf Jahren besteht. Dann muss er nur die Hälfte der anteilig berechneten Erträge mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, fällt Abgeltungssteuer an.

Eine durchaus gängige Praxis im gehobenen Kundensegment war es in den vergangenen Jahren, ganze Depots und andere Vermögenswerte in liechtensteinische oder luxemburgische Versicherungsmäntel zu verpacken und so am Fiskus vorbeizuschleusen. Das wurde dem Bundesfinanzministerium aber 2009 zu bunt. Ausländische Versicherungen müssen seitdem bestimmte Kriterien erfüllen, um nicht abgeltungssteuerpflichtig zu werden.

Dazu gehört beispielsweise, dass die Kapitalanlage nur über öffentlich vertriebene Fonds ablaufen darf. Der Versicherte darf auch nicht den Vermögensverwalter zur Anlageentscheidung beauftragen, ihn auswechseln oder die Anlagestrategie zwischen dem Versicherer und sich selbst individuell vereinbaren. Außerdem darf der Todesfallschutz nicht unter 50 Prozent liegen, sonst ist der Steuerstress perfekt.

3. Nachfolgeregelung ohne Testament

Hat der vermögende Kunde kein Testament, greift bei seinem Tod die gesetzliche Erbfolgeregelung: Als Erstes ist der Ehepartner oder der eingetragene Lebenspartner dran, danach die leiblichen Kinder und dann die Enkel. Wer also nicht verheiratet ist, muss aktiv werden, um seinem Lebenspartner etwas zu vererben. Im Idealfall soll dabei auch möglichst wenig Erbschaftsteuer fließen.

Versicherungen sind dabei ein wichtiges Instrument. Denn über sie lässt sich ein Teil des Vermögens ganz legal aus dem Erbe auslagern. „Mit der entsprechenden Vertragskonstellation kann darüber hinaus die Auszahlung sogar komplett steuerfrei erfolgen oder die Steuerlast beim Thema Erben und Schenken erheblich reduziert werden“, sagt Jan Knodel, Leiter Vermögensberatung und Banken bei der Helvetia schweizerischen Lebensversicherung.

Ein Beispiel, wie sich das Erbe mit einer Versicherung gestalten lässt: Ein Vater will seinem Sohn aus erster Ehe Geld überlassen, wenn er stirbt. Die geschiedene Ehefrau soll von dem Vermögen jedoch nichts bekommen. Der Vater schließt daher eine Risikolebensversicherung ab. Er ist gleichzeitig Versicherungsnehmer – also Eigentümer des Vertrags – und versicherte Person, die den Versicherungsfall auslöst. Sollte er sterben, ist sein Sohn der Begünstigte und bekommt die Versicherungssumme einkommensteuerfrei ausgezahlt. Werden die Freibeträge überschritten, muss er aber Erbschaftssteuer zahlen. Zusätzlich muss der Vertrag mit einer sogenannten Termfix-Klausel ausgestattet sein. Dann bekommt der Filius erst mit 18 Jahren das Geld und die geschiedene Ehefrau kann auf das Vermögen nicht zugreifen.

Die Beispiele zeigen, dass Versicherungen durchaus Vorteile für wohlhabende Privatkunden bieten. Allerdings sind die Anforderungen auch nicht ohne: „Die Zielgruppe ist sehr anspruchsvoll und erwartet einen erstklassigen und individuellen Service“, sagt Denis Fischer, Leiter Vermögen im Bereich Marktmanagement der Allianz. „Berater brauchen daher eine hohe Kompetenz und Expertise und müssen gleichzeitig diskret und einfühlend sein.“ Dann würden sie aber auch mit sehr loyalen Kunden belohnt, so der Experte.