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T. Rowe Price Sicav Emerging Markets Equity Fund „Unser größtes Übergewicht ist Brasilien“

Die Wahrzeichen von Rio de Janeiro. In Brasilien profitieren viele Unternehmen vom großen und zunehmend wohlhabenden Mittelstand | © Getty Images

Die Wahrzeichen von Rio de Janeiro. In Brasilien profitieren viele Unternehmen vom großen und zunehmend wohlhabenden Mittelstand Foto: Getty Images

Was ist der Kern der Fondsstrategie?

Gonzalo Pangaro

Gonzalo Pangaro: Investoren sind heute sehr kurzfristig orientiert. Sie achten geradezu versessen darauf, ob ein Unternehmen seine Gewinnaussichten fürs Quartal erreicht oder nicht. Gleichzeitig haben viele einheimische Investoren in den Emerging Markets einen extrem kurzen Anlagehorizont, reagieren oft stark auf Themen und vergessen dabei die fundamentale Analyse der Unternehmen. Hieraus entstehen Fehlbewertungen von Unternehmen mit starken Wachstumsaussichten.

Für uns als Bottom-up-Langfristinvestoren ergeben sich daraus sehr gute Anlagemöglichkeiten. Wir wollen den Wert unseres Portfolios über die Zeit steigern, indem wir in Unternehmen investieren, die nachhaltiges Wachstum versprechen und zu einem Preis handeln, der dieses Wachstum noch nicht widerspiegelt. Dies ist uns bislang gut gelungen. Sowohl über die vergangenen schwierigen fünf Jahre als auch in der Rally 2016 und Anfang 2017 hat der Fonds – annualisiert, über fünf Jahre und nach Gebühren – eine  Outperformance gegenüber des MSCI Emerging Markets Index erreicht (Anm.: alle Anteilsklassen, Stand: 31. Mai 2017).

Achten Sie nur auf die Fundamentaldaten der Unternehmen oder spielt die wirtschaftliche Lage des jeweiligen Landes auch eine Rolle?

Pangaro: Eine Top-down-Analyse des mikro- und makroökonomischen Umfelds gehört auch zu unserem Auswahlprozess. Wir nutzen sie, um unseren Enthusiasmus für einzelne Aktien zu überprüfen. Wenn es in einem Land beispielsweise wirtschaftliche Probleme gibt, könnte es für Unternehmen schwierig sein, hier erfolgreich zu sein. Wir würden wahrscheinlich vorübergehend auf Investments in dem Land verzichten.  Auch politische Aspekte wie soziale Unruhen oder das Fehlen grundlegender ziviler Institutionen fließen in die Auswahl ein. Wir haben ein erfahrenes, global angesiedeltes Aktienteam, das eng mit den Team für Emerging-Markets-Anleihen zusammenarbeitet, um so einen noch tieferen Einblick in der Aussichten der Länder und Regionen zu erlangen.

Wie wählen Sie die Werte aus?

Pangaro: Wir verbringen rund 80 Prozent unserer Zeit damit, die besten Anlagekandidaten zu finden. Unsere Analysten vergeben ein hauseigenes Rating an rund 700 bis 800 Firmen hinsichtlich Wachstum, Management und Bewertung. So können die Portfoliomanager klar die besten Ideen der Analysten erkennen. Unser Fokus liegt auf wachstumsorientierten Unternehmen, die ihre Gewinne und Cashflows nachhaltig über die Jahre steigern können. In den Emerging Markets lassen sich Unternehmen finden, die ihre Gewinne jährlich um 15 bis 25 Prozent steigern. Neben dem Wachstumspotenzial spielen ein gutes Management  und Corporate Governance eine Rolle. Zudem muss der Preis stimmen. Wir sind zwar bereit, eine Prämie für das langfristige Wachstum zu zahlen, aber auch die ist begrenzt. Wir sind geduldige Investoren und nutzen gern Rückschläge aufgrund kurzfristiger Ereignisse für den Nachkauf unserer favorisierten Titel.

Ihre größte, wenn auch gegenüber dem Index untergewichtete, Länderposition ist, mit rund 20 Prozent China. Wo sehen Sie hier Chancen?

Pangaro: In China gefallen uns vor allem Firmen, die vom Wachstum der Binnennachfrage und vom steigenden verfügbaren Einkommen profitieren. Das sind zum Beispiel Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter, saubere Energien, Versicherung oder Internet.