ETF-Strategien Gut gedämpft durch turbulente Zeiten

Aus Sicht eines Jahres liegen risikooptimierte ETFs, die europaweit und in der Eurozone anlegen, jeweils vor den entsprechenden Fondskategorien.

Aus Sicht eines Jahres liegen risikooptimierte ETFs, die europaweit und in der Eurozone anlegen, jeweils vor den entsprechenden Fondskategorien.

Europa macht derzeit nicht den besten Eindruck. Die Mitglieder der Währungsunion sind weniger einig denn je, und Großbritanniens Versuch, sich aus der Staatengemeinschaft zu verabschieden, scheiterte bislang kläglich.

Nach dreijährigem Kuddelmuddel deuten die Zeichen nun auf einen ungeordneten Austritt hin. Als wäre das alles nicht genug, drohen ein Krieg in Nahost, ein erbitterter Handelsstreit zwischen den USA und China sowie eine Notenbankpolitik, deren Nebenwirkungen bisher niemand kennt.

Dieses reichhaltige Sorgenbündel verschont die Aktienmärkte nicht, wie sich bereits im zweiten Halbjahr 2018 zeigte. Zweistellige Verluste großer Indizes waren an der Tagesordnung. Der Europa-Aktienindex etwa ging um 14,3 Prozent in die Knie. Obwohl es in diesem Jahr vielerorts mit den Kursen wieder steil nach oben ging, bleibt unter dem Strich oftmals nur ein Seitwärtsschritt.

In Phasen eines solchen Auf und Ab können Anlagestrategien punkten, die auf besonders stabil laufende Aktien setzen. Dazu gehören nicht zuletzt sogenannte Minimum-Volatility- oder Low-Volatility-ETFs, mit denen Investoren in Aktienkörbe investieren, aus denen die Indexanbieter schwankungsanfällige Titel entfernt haben.

Auf Sicht der zurückliegenden zwölf Monate eine lohnenswerte Alternative. Während beispielsweise in Europa anlegende Aktienfonds 0,5 Prozent verloren haben, glänzt der iShares Edge MSCI Europe Minimum Volatility mit einem Plus von 5,9 Prozent. Die Volatilität fällt ebenfalls besser aus. Mit 12,4 Prozent schaukelt der Aktienindex MSCI Europe weit stärker als der MSCI Europe Minimum Volatility mit 8,5 Prozent. Allerdings performen Indizes mit gedämpftem Risiko dafür über längere Zeiträume schwächer. So konnte der MSCI Europe über drei Jahre um 32 Prozent zulegen, der MSCI Europe Minimum Volatility lediglich um 22 Prozent.

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