Brexit-Referendum Briten nehmen Abschied von Europa

Die Flagge der Europäischen Union und der britische Union Jack | © Christopher Furlong/Getty Images

Die Flagge der Europäischen Union und der britische Union Jack Foto: Christopher Furlong/Getty Images

Die Mehrheit in Großbritannien hat für einen Austritt des Landes aus der Europäischen Union gestimmt. Nach Auszählung aller Wahlkreise liegen die Befürworter eines Brexit laut vorläufigem Endergebnis mit 51,9 Prozent der abgegebenen Stimmen vorn. Demnach stimmten 17,4 Millionen Briten für einen Austritt, etwa 16,1 Millionen waren dagegen. Laut Behördenangaben lag die Wahlbeteiligung bei 72,1 Prozent.

Die Anleger an den Finanzmärkten reagierten zum Teil panisch. Das britische Pfund fiel auf den niedrigsten Stand seit 1985, die Kurse britischer Banken brachen ein. Die Ratingagentur Standard & Poor`s stellte die Kreditwürdigkeit Großbritanniens in Frage. „Das AAA-Rating ist nicht länger haltbar“, sagte Rating-Chef Moritz Krämer der „Financial Times“. Die Agenturen Moody`s und Fitch hatten das Land bereits aus ihrer AAA-Liste gestrichen, schreibt „Spiegel Online“.

Die Kurse an den Börsen reagierten ebenfalls heftig. Der Dax stürzte zum Start um 1.000 Punkte oder 10 Prozent ab. Der Euro Stoxx 50 fiel um 11,7 Prozent, der Tec-Dax verlor 9,7 Prozent, auch der M-Dax ging um 9,8 Prozent nach unten. Auch der österreichische Index ATX büßte 12,3 Prozent ein. Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar 2,5 Prozent.

So heftig die Ausschläge an den Börsen auch sind. Noch ist Großbritannien Mitglied der EU. Nun muss die Regierung mit Brüssel über die Bedingungen des Austritts und die zukünftigen Beziehungen verhandeln. Das kann mehrere Jahre dauern. Europaparlamentspräsident Martin Schulz wird sich am Freitagmorgen mit den Fraktionschefs im Europäischen Parlament treffen.

Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker kommen zusammen. Vertreter in Brüssel befürchten, dass der Sieg des Brexit-Lagers Populisten in anderen Mitgliedstaaten ermutigen könnte, ähnliche Referenden zu fordern, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

Der britische Premierminister David Cameron hatte für den Verbleib in der EU geworben. Nach dem Votum zieht er nun die Konsequenzen und hat seinen Rücktritt angekündigt.