Avaloq Banking Suite BHF-Bank stoppt Software-Einführung

Frankfurter Zentrale der BHF-Bank

Frankfurter Zentrale der BHF-Bank

Die BHF-Bank hat die Einführung einer Banking-Software des Schweizer Anbieters Avaloq gestoppt. Möglicher Grund: Das Geldinstitut soll laut eines Berichts des Finanznachrichten-Portals „Insideparadeplatz.ch“ unzufrieden mit der Leistung von Avaloq sein.

Klärung offener Punkte

Auf Anfrage des private banking magazin erklärte das Software-Unternehmen jedoch, die Implementation der Avaloq Banking Suite bei der BHF-Bank sei aufgrund unterschiedlicher Vertragsauslegungen vorübergehend ausgesetzt worden, bis die offenen Punkte geklärt seien. Die BHF-Bank wollte die Meldung nicht kommentieren.

Im Interview mit dem private banking magazin hatte BHF-Chef Philippe Oddo noch im Juli erklärt, die Einführung der Avaloq Banking Suite werde das Geldinstitut „deutlich besser, schneller und effizienter machen“.

Jahre der Ungewissheit: Die jüngere Geschichte der BHF-Bank


Laut Bericht hatte es bereits bei einer ähnlichen Software für die Schweizer Privatbank Julius Bär vor gut einem Jahr Probleme gegeben. So habe das Berliner Avaloq-Center die Prozesse für die Julius Bär nicht in der verlangten Geschwindigkeit und Qualität ausführen können.

Gefährdung der Wachstumspläne

Erst durch einen Kraftakt sei es Avaloq zum Jahreswechsel schließlich gelungen, die Anwendung zum Laufen zu bringen. Auch danach habe es allerdings Abstürze und Mängel gegeben.

Die Produktion sei zwar gelaufen, jedoch nur mühsam und mit ständigen Fehlern, zitiert „Insideparadeplatz.ch“ einen Insider bei Julius Bär. In der Folge habe das Geldinstitut in Luxemburg die kleine Commerzbank International SA Luxembourg („CISAL“) mitsamt ihrer T24-Banking-Plattform von Temenos gekauft, mit dem Ziel, eine funktionierende IT-Plattform zu erwerben.

Möglicher Neukunde Apobank 

Die Zürcher Softwareschmiede dementiert: Was Julius Bär angehe, schätze man die Zusammenarbeit sehr und setze diese auch in Zukunft fort. Die von „Insideparadeplatz.ch“ behandelten Gerüchte könne man nicht bestätigen.

Zugleich gab das Unternehmen den Abschluss eines Vertrages mit  der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) bekannt: Demnach wollen beide Seiten bis März 2017 prüfen, inwiefern die Umsetzung der Apobank-IT-Strategie mit der Avaloq Banking Suite möglich ist.

Eigentlich ist Avaloq in Berlin mit dem erklärten Ziel angetreten, von dort aus den europäischen Markt zu erobern. Schwierigkeiten im Tagesgeschäft dürften diese Wachstumpläne gefährden.