Zunehmende Bedeutung Was Placement Agents für institutionelle Anleger leisten

Sven Helmer: „Die zunehmende Komplexität der Immobilienmärkte ist für Investoren zunächst einmal durchaus positiv, nimmt doch mit ihr auch die Zahl der möglichen Anlagestrategien zu.“ | © Lagrange Financial Advisory

Sven Helmer: „Die zunehmende Komplexität der Immobilienmärkte ist für Investoren zunächst einmal durchaus positiv, nimmt doch mit ihr auch die Zahl der möglichen Anlagestrategien zu.“ Foto: Lagrange Financial Advisory

Professionelle Investoren wie Versicherungsgesellschaften, Versorgungswerke, Pensionskassen oder Kreditinstitute stehen immer häufiger vor großen Herausforderungen, wenn es um die Festlegung ihrer Investmentstrategie sowie die Auswahl von Zielmärkten und geeigneten Investmentvehikeln geht. Grund dafür ist zum einen die Komplexität der Immobilienmärkte, die in den zurückliegenden Jahren stark zugenommen hat und dies auf absehbare Zeit auch weiter tun wird. Zum anderen erschwert die geringe Verfügbarkeit von Immobilien auf dem Markt die Umsetzung einschlägiger direkter Investmentstrategien und die Markttransparenz indirekter Anlagevehikel ist gering.

Höhere Komplexität ermöglicht größere Vielfalt an Anlagestrategien

Die zunehmende Komplexität der Immobilienmärkte ist für Investoren zunächst einmal durchaus positiv, nimmt doch mit ihr auch die Zahl der möglichen Anlagestrategien zu, die Investoren an den Immobilienmärkten verfolgen können. So gibt es mittlerweile in Europa 16 verschiedene Investment-Grade-Märkte, die im Hinblick auf Kriterien wie Größe, Liquidität sowie rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen für Engagements professioneller Immobilieninvestoren infrage kommen. Jeder dieser 16 Märkte lässt sich wiederum in verschiedene Immobilien-Nutzungsarten untergliedern. Diese umfassen heute längst nicht mehr nur Wohnungen, Büroimmobilien, Shoppingcenter und Hotels, sondern auch zahlreiche kleinere Segmente, von Logistik und Light Industrial bis hin zu Nischenprodukten und Spezialimmobilien wie Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen, Seniorenwohnanlagen, Boarding Houses oder Studentenwohnheimen.

Das ermöglicht die Umsetzung von immer differenzierteren und stärker spezialisierten Investmentstrategien, stellt Investoren aber gleichzeitig vor wachsende Herausforderungen, wenn es darum geht, geeignete Investmentstrategien zu definieren und anschließend die passenden Produkte zu deren Umsetzung zu finden. Die dafür notwendige Marktkenntnis lässt sich in der Regel nicht kurzfristig aufbauen und das Vorhalten entsprechender personeller und materieller Ressourcen ist für viele Investoren auch wirtschaftlich nicht sinnvoll.

Externe Placement Agents sorgen für Transparenz

Die Einbeziehung externer Placement Agents bietet Investoren einen praktikablen Ausweg aus dieser Situation und gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Der Placement Agent wird zwar vom jeweiligen Fondsmanager beauftragt, es besteht allerdings ein impliziter Vertrag mit dem Investor, der letztlich der Kunde nicht nur des Fondsmanagers, sondern dann auch des Placement Agents ist. Häufig wird der Placement Agent beim Vertrieb und der Beratung von alternativen Investmentfonds, wie zum Beispiel Immobilien- oder Infrastrukturfonds mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro Eigenkapital vom jeweiligen Fondsmanager eingesetzt und beauftragt.