Wandelanleihen Stärken von Aktien und Anleihen kombinieren

Auf lange Sicht vorn - Wandler verglichen mit Aktien und Anleihen

Auf lange Sicht vorn - Wandler verglichen mit Aktien und Anleihen

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Mehr als eine Billion Euro sind ein hübsches Sümmchen. Als Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Anfang 2015 verkündete, in dieser gewaltigen Größenordnung Staatsanleihen und andere Wertpapiere in den Euro-Ländern zu kaufen, jubilierten nicht wenige Experten angesichts dieser Entschlossenheit. Doch das ist Schnee von gestern.

Der gewünschte Effekt einer Inflationsrate von rund 2 Prozent ist bis heute ausgeblieben, im Oktober lag die Teuerung in Europa bei 0 Prozent. Draghi hat bereits angedeutet, noch mehr Kapital in die mit reichlich Notenbankgeld gefüllten Anleihemärkte zu pumpen. Das lässt die Zinsen auf homöopathischem Niveau verharren, während auf dem Börsenparkett die Rekordjagd fortgesetzt wird, zugleich aber die Gefahr von Kurskorrekturen zunimmt.

In dieser Gemengelage rücken Wandelanleihen in den Fokus von Investoren. „Seit vier Jahren stellen wir ein stetiges Interesse fest. Trotz der seit dem Sommer zunehmenden Volatilität auf dem Aktienmarkt bleiben Abflüsse im Bereich Wandelanleihen aus“, berichtet Marc Basselier, Fondsmanager des weltweit investierenden Wandelanleihe-Portfolios Axa World Funds Framlington Global Convertibles bei der französischen Fondsgesellschaft Axa Investment Managers.

Das statistische Absatzpotenzial ist enorm. Aus den jüngsten Daten des deutschen Investmentfondsverbands BVI geht hervor, dass lediglich ein knappes Prozent des in Publikumsfonds verwalteten Vermögens auf Wandelanleihe-Fonds entfällt.

Anleihen mit Zusatzchance

Den Charme, dem bislang überwiegend institutionelle Kapitalanleger erliegen, bringt die Konstruktion der Titel: Sie können an einem Börsenaufschwung teilhaben, zugleich wirkt die Anleihekomponente gegen Kursverluste. Daraus resultiert das sogenannte asymmetrische Auszahlungsprofil.



Das meint im Klartext, dass ein Käufer die Kupon-Zahlungen seiner Anleihe gegen die Kursgewinne der dazugehörigen Aktie eintauschen kann. „Eine Wandelanleihe kann in hohem Maß von einer Aktienhausse profitieren und hat dennoch nur ein begrenztes Abwärtsrisiko. Das kommt der Idealvorstellung eines Anlegers sehr nah“, erklärt Basselier.

Diesen Joker haben viele Portfoliomanager in den vergangenen Jahren erfolgreich ziehen können. Die besten Manager von Wandelanleihefonds verstehen ihr Handwerk so gut, dass ihre Performance reinen Aktieninvestments kaum nachsteht und sie ihren Anlegern dennoch weniger Kursschwankungen zumuten.

So hat Axa-IM-Fondsmanager Basselier auf Sicht von drei Jahren 10,8 Prozent jährliche Rendite vorzuweisen. Dabei entwickelt sich der Anteilswert seines Fonds weit stabiler als der breite Aktienmarkt: Die Risikokennziffer Volatilität liegt bei knapp 6 Prozent, internationale Aktienfonds schwanken nicht selten doppelt so stark.

Wie gut der Spagat zwischen herausragender Performance und stabilem Kursverlauf gelungen ist, lässt sich insbesondere an der Kennziffer Sharpe Ratio ablesen. Diese soll Anlegern zeigen, wie ein Investment sie für das eingegangene Risiko entlohnt. Dazu wird die erzielte Rendite jenseits des als risikofrei angenommenen Zinses in ein Verhältnis zu der Volatilität der Kapitalanlage gesetzt.

Der Axa World Funds Framlington Global Convertibles glänzt mit einer Sharpe Ratio über drei Jahre von 1,72. Seit 2012 haben nicht zuletzt Zinsfantasien der US-Notenbank, griechische Chaostage und Chinas wirtschaftlicher Slowdown den Fondsmanagern große Turbulenzen an den Kapitalmärkten beschert.

Investoren sind diese Ergebnisse nicht entgangen, mehr als eine halbe Milliarde Euro haben sie aktuell in dem Portfolio investiert. Damit hat die Offerte aber noch Luft bis zum Branchenschwergewicht: Der Deutsche Invest I Convertibles der Deutschen Asset & Wealth Management hütet für seine Investoren inzwischen mehr als 3,4 Milliarden Euro.