Fosun-Vorstandschef Xinjun im Interview „Wir wollen das BHF-Geschäft durch Provisionswachstum ausweiten“

Zentrale der BHF-Bank: Wer letztlich das Sagen bei der BHF-Kleinwort-Benson-Tochter haben wird, ist noch unklar

Zentrale der BHF-Bank: Wer letztlich das Sagen bei der BHF-Kleinwort-Benson-Tochter haben wird, ist noch unklar

Neue Tonart im Verhältnis der Aktionäre bei der BHF Kleinwort Benson Holding: Liang Xinjun, Vorstandsvorsitzender der chinesische Beteiligungsfirma Fosun, gibt sich versöhnend im Interview mit der „Börsen-Zeitung“ (kostenpflichtig).

Allen Aktionären gehe es vor allem darum, den Wert von BHF Kleinwort Benson zu erhöhen. „Daher denke ich, dass es möglich sein wird, eine Lösung zu finden“, so Xinjun. „Fosun müsse nicht alle Aktien halten und könne auch mit den übrigen Anteilseignern als Partner zusammenarbeiten.“ Deutlich friedlichere Worte als es das Übernahmeangebot, dass man den anderen Aktionären Stefan Quandt (Beteiligungsfirma Aqton), der Privatbank Oddo und den Fondsgesellschaften Franklin Templeton und Blackrock, im Juni unterbreitet hatte, vermuten lassen.

Allerdings: Fosun will zwar nicht alle Aktien halten, 50 Prozent der Anteile plus eine Aktie sollen es schon sein. Xinjun ist davon überzeugt, dass es einen Verantwortlichen braucht, der die Richtung vorgibt. Fosun würde sich laut seiner Aussage dafür anbieten.

Deutsch-chinesische Achse

Konkret will man das Geschäft und damit den Wert der BHF-Bank erhöhen, indem dort die Provisionseinnahmen ausgeweitet werden. Das Geschäft auszubauen, indem man mehr Risiken, beispielsweise durch eine Ausweitung der Bilanz, eingeht, will Fosun nicht. „Wir wollen nicht, dass die BHF-Bank aggressiv vorgeht“, so Xinjun.

Stattdessen bringt der Fosun-Vorstand das Geschäft mit vermögenden chinesischen Unternehmerfamilien ins Spiel. Auch könne man grenzüberschreitende M&A- und Kapitalmarkttransaktionen deutscher und chinesischer Firmen unterstützen. Einer höheren Rendite durch Kostensenkungen erteilt der Fosun-Vorstandschef eine Absage. So gehe Fosun niemals vor.