US-Steuerstreit Credit Suisse steht vor Einigung

Ein Vergleich der Credit Suisse im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung mit den US-Behörden dürfte eine Strafzahlung von über einer Milliarde Dollar und ein Schuldeingeständnis beinhalten, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person berichtet. Die Person, die ihren Namen nicht genannt haben wollte, weil die Verhandlungen vertraulich sind, gab nicht an, ob das Schuldeingeständnis von der Gesamtbank oder einer Tochtergesellschaft kommen werde. Credit Suisse weiß seit 2011, dass gegen sie ermittelt wird.

Der US-Justizminister Eric Holder erklärte am Montag, sein Ministerium bereite Anklagen gegen Banken vor, die zeigten, dass Finanzinstitute nicht zu groß für eine Strafverfolgung seien. Namen nannte er aber nicht. Ebenfalls am Montag berichtete eine mit dem Vorgang vertraute Person, dass zwischen Credit Suisse und den US-Strafverfolgungsbehörden intensive Verhandlungen zu den Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung über Auslandskonten laufen und eine Einigung in Kürze erwartet wird.

Die zweitgrößte Schweizer Bank hat im vergangenen Jahr eine rechtlich selbständige Sparte namens CS International Advisors gegründet, in die sie das grenzüberschreitende US-Geschäft auslagerte. Die Bank verlagerte 242 Millionen Franken an Aktiva und 238 Millionen Franken an Passiva in die Sparte, die 1040 aktive Konten umfasst sowie 43.018 bereits geschlossene Konten und 1144 inaktive Konten, wie aus Unterlagen hervorgeht.

Das Verhalten bei den Ermittlungen gegen die Credit Suisse, einschließlich der Handlungsweise der Bank während der Untersuchungen, ist laut informierten Kreisen der Treiber für die Bemühungen der Behörden um eine Anklage. Vertreter der Schweiz würden eine Anklage gegen Credit Suisse als destabilisierend für die Bank und das Finanzsystem ansehen, wie aus unterrichteten Quellen verlautete. Demzufolge sei es wahrscheinlicher, dass die USA einen Vergleich anstreben, in dem sich eine Sparte der Bank oder die Holdinggesellschaft schuldig bekennt.

Das Wall Street Journal berichtete am Montag, dass ein Vergleich eine Summe von über einer Milliarde Dollar umfassen könne. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge könnte die Vergleichssumme bis zu 1,6 Mrd. Dollar betragen.