Nach Rückzug von Credit Suisse UBS hat reiche Afrikaner im Blick

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“Die Anzahl der Personen auf dem Kontinent, die in unsere Vermögensverwaltungsklasse fallen, steigt mit jedem Tag an”, sagte Sean Bennett, der geschäftsführender Direktor der UBS für Afrika südlich der Sahara, letzte Woche in einem Interview mit Bloomberg News. “Es gibt noch immer jede Menge Möglichkeiten, die noch relativ unerschlossen sind.”

Der weltgrößte Vermögensverwalter UBS steht mit anderen Schweizer Banken wie Julius Bär Group und Pictet & Cie. im Konkurrenzkampf um Millionäre aus den Schwellenländern - denn angesichts eines härteren Vorgehens gegen Steuerhinterziehung ziehen viele Kunden aus Europa und Amerika ihre Gelder ab.

Die Credit Suisse zieht sich unterdessen aus 83 Märkten zurück, um Kosten zu sparen. Darunter fallen beispielsweise auch Angola und die Demokratische Republik Kongo. Das macht den Weg für die UBS frei, die Bennett zufolge um superreiche Kunden in Ghana, Kenia, Äthiopien, Uganda und Botswana werben könnte.

“Die Strategie der UBS lautet, dass man Marktanteile gewinnt, indem man vor Ort ist und das über lange Zeit”, sagte Sebastian Dovey, Partner des Analysehauses Scorpio Partnership in London. “Credit Suisse ist ein kleineres Geschäft als die UBS und sucht sich seine Märkte aus.”

UBS-Chef Sergio Ermotti legt den Fokus auf die Vermögensverwaltungssparte der in Zürich ansässigen Bank, während er 10.000 Stellen abbaut und die Investmentbank durch den Ausstieg aus dem größten Teil des Bondhandels verkleinert. In einer Rangliste der besten Vermögensverwalter im Jahr 2012 von Scorpio ist die UBS Spitzenreiter. Credit Suisse liegt auf Platz fünf.

Afrika - wo der Nigerianer Aliko Dangote auf der globalen Reichenliste Bloomberg Billionaires Index den 35. Platz belegt - könnte für die UBS der richtige Weg sein. Zu den Branchen, die am stärksten zum Vermögensaufbau beitragen, zählen Telekommunikation, Konsumgüter, Landwirtschaft und Rohstoffe, sagte der 44-jährige Bennett, der 2011 von HSBC Holdings zur UBS gewechselt hat.

Die Anzahl der Afrikaner mit mindestens 1 Millionen Dollar an investierbarem Vermögen ist im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent auf 140.000 gestiegen, zeigt ein Bericht von Cap Gemini und Royal Bank of Canada, der am 18. Juni veröffentlicht wurde. Das war der stärkste Anstieg außerhalb Nordamerikas. Die Volkswirtschaften von Ländern wie Nigeria und Ghana sind 2012 um mehr als fünf Prozent gewachsen.

“Es gibt viele Länder, die immer mehr zu einer interessanten Investmentgelegenheit werden”, sagte Bennett. “Sie stehen alle vor Herausforderungen, aber sie befinden sich auf dem richtigen Weg."