Studie von PWC Talente-Exodus gefährdet Erfolg von Private-Equity-Deals

Studie von PWC: Talente-Exodus gefährdet Erfolg von Private-Equity-Deals

Private-Equity-Häuser fokussieren sich zu stark auf Kostensenkungen, um den Wert der Unternehmen in ihrem Portfolio zu steigern. Ihr Erfolgspotenzial stiege deutlich, würden sie auf andere Wertschöpfungskomponenten ebenso stark setzen – insbesondere auf die Betriebskapital-Effizienz und Umsatzwachstum. Dies sind Erkenntnisse des Private-Equity-Reports „Creating Value beyond the Deal“, den die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) veröffentlicht hat. Der PE-Report untersucht, wie Finanzinvestoren das Renditepotenzial ihrer Transaktionen bestmöglich ausschöpfen.

Drei Viertel der wertschöpfenden Deals erzielten Umsatzsteigerungen

70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihren wesentlichen Renditehebel in Kostensenkungen sehen, lediglich 53 Prozent nannten Betriebskapital-Effizienz. Liquide Mittel im operativen Geschäft freizusetzen, ist besonders wichtig für Wertsteigerungen von stark fremdfinanzierten Deals.

Des Weiteren nannten lediglich 45 Prozent der befragten Investmentmanager Umsatzsteigerung als Renditehebel. Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PWC Deutschland, sagt: „Hier offenbart der PE-Report unter anderem ein besonders renditeträchtiges Aufholpotenzial, zumal 74 Prozent der wertschöpfenden Deals ein Umsatzwachstum erzielten.“

Wertschöpfungsstrategien bis hin zum Exit frühzeitig entwickeln

Die Investitionskapazitäten von PE-Häusern sind 2018 weiter gestiegen. Der Wettbewerb um Zu- und Verkäufe steigt folglich auch. Hinzu kommt die große Konkurrenz durch strategische Unternehmen mit vollen Akquisitionskassen. „Der intensivere Wettbewerb treibt die Transaktionspreise weiter, weshalb Wertsteigerungen immer schwieriger werden“, sagt Roberts. „Der Anteil der PE-Unternehmen, die mit ihren Deals keine signifikanten Werte schaffen, steigt. Kostensenkungen reichen eben kaum noch aus, um Werte zu steigern.“

PE-Unternehmen sollten auch Wertschöpfungshebel aktivieren, die ihnen bislang zu komplex erscheinen. Dazu gehöre eine Wertschöpfungsstrategie, die auch Exit-Szenarien frühzeitig einbezieht. „Umfassende Wertschöpfungsplanung muss eine Top-Priorität für PE-Firmen sein“, so Roberts. „Mindestens ab dem ersten Tag nach einem Deal – und besser noch viel früher.“

Talentabgänge Kennzeichen wertvernichtender Deals

88 Prozent der Deals von für den PE-Report befragten Unternehmen, die mit einer klaren, bereits vor dem Transaktionsabschluss entwickelten Strategie verfolgt wurden, brachten moderate bis signifikante Renditen. Die in diesem Sinne erfolgreichen PE-Unternehmen begannen mit ihrer strategischen Deal-Planung bis zu zwei Jahre vor dem Transaktionsabschluss. Sie hatten bereits vor dem Abschluss sehr viele Deal-Aspekte analysiert.