Stiftungen und Family Offices im Blick So wirkt sich die 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie aus

Maren Gräfe und Kay Alexander Schulz von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC

Maren Gräfe und Kay Alexander Schulz von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC

Dem Kampf gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerhinterziehung kommt national und international zunehmend Bedeutung zu. Das passt in die Diskussion um Steuerflucht und ausländische Briefkastenstrukturen, die die Branche derzeit bewegt.

Die 4. Anti-Geldwäsche-Richtlinie, die am 26. Juni 2015 in Kraft getreten ist (Richtlinie (EU) 2015/849 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2015), will hier für effektive Regelungen und Transparenz sorgen. So sollen unter anderem der internationale Austausch von Geldtransferdaten verbessert sowie verschärfte Prüfungssorgfaltspflichten auf eine größere Anzahl von Wirtschaftsteilnehmern und Geldtransfers ausgedehnt werden.

Ein erster Überblick über Ziel der Gesetzgebung und deren Auswirkungen:
  • Die Einführung eines Registers über sogenannte wirtschaftlich Berechtigte (Transparenzregister). Der geldwäscherechtliche Nutzen dieser Regelung soll dabei keineswegs in Abrede gestellt werden.

  • Im Rahmen der Beratung von vermögenden Personen und Familien kann aber nicht in Abrede gestellt werden, dass gerade diese Neuregelung auch bei redlichen Vermögenshaltern deren häufig legitimes Interesse an einer Privatsphäre beeinträchtigen kann. Dies ist gegebenenfalls auch bei der Nachfolge- und Vermögensstrukturplanung durch Banken, Vermögensverwalter, Family Offices sowie Rechts- und Steuerberater zu berücksichtigen.

  • Die Richtlinie ist bis zum 26. Juni 2017 in nationales Recht umzusetzen. Der Entwurf eines deutschen Umsetzungsgesetzes steht noch aus.