Die „Make or Buy“-Frage Family Offices stellen die Vertrauensfrage

Cyrus Moriabadi, Gründungsvorstand des Martagon Family Office

Cyrus Moriabadi, Gründungsvorstand des Martagon Family Office

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Seit Jahren gibt es um den Begriff des Family Office heftige Diskussionen. Ein Ende ist nicht in Sicht, vielleicht auch, weil Begriff und Tätigkeit nicht geschützt sind und inflationär verwendet werden.

Eine der Auseinandersetzungen in Wissenschaft, Medien und Fachwelt bemüht sich unter der Überschrift der „Mogelpackung“ um die Definitionskriterien eines Family Office in Abgrenzung zum unabhängigen Vermögensverwalter. Das hat mit dem Vorwurf zu tun, dass sich mancher Portfoliomanager als Family Officer ausgibt und so unfairerweise mit dem Siegel der exklusiven Vermögensverwaltung schmückt.

Reflexartig fragt man sich: Geht es denn bei der Tätigkeit eines Family Office nicht um sehr viel mehr als das Management eines einzelnen Finanzportfolios? Vielleicht ist es ein Portfoliomanagement auf Gesamtvermögensebene?

Unschärfe in der Außenansicht

Auch kann man den Eindruck gewinnen, dass nicht wenige, die mit Recht Family Office heißen, sich selbst an der Unschärfe in der Außenansicht oder auch am gelegentlichen Missbrauch kaum stören. Fast kann man das Achselzucken einzelner dieser verschwiegenen Family Offices hören.

Ungleich spannender ist hingegen eine zentrale Innenkritik innerhalb der Welt der Family Offices. Auf den ersten Blick klingt sie nur allzu plausibel und spitzt sich in der Frage zu: Darf ein Family Office auch sein eigenes Portfoliomanagement unterhalten?



Im Grunde fragt die Kritik nach dem Sinn und Unsinn: Darf der, der kocht, sich selbst auch kontrollieren und bewerten? Interessanterweise wird die Diskussion oft übereinander geführt, nicht miteinander. Und es scheint fast so, als ob sie in Single Family Offices nicht stattfindet, erst recht nicht bei den Vermögensinhabern.

Integrität, Exzellenz und Kompetenz

Gerade für einen Prinzipal mag es nur selbstverständlich sein, dass Teile seines Vermögens selbst gemanagt werden. Meist sind es Multi Family Offices, die uneins sind. Die einen haben ein Portfoliomanagement, nutzen es fallweise oder systematisch mit, werden aber auch andere Vermögensverwalter beimischen (Prinzip: Make and Buy).