Private Wealth Management Wer gewinnt die Märkte von morgen?

Ein Model präsentiert Handtaschenmode in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh: Der wachsende Wohlstand in Asien macht die Region zum entscheidenden Zukunftsmarkt fürs Private Wealth Management | © PATRICK LIN/AFP/Getty Images

Ein Model präsentiert Handtaschenmode in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh: Der wachsende Wohlstand in Asien macht die Region zum entscheidenden Zukunftsmarkt fürs Private Wealth Management Foto: PATRICK LIN/AFP/Getty Images

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Private Banking und Vermögensverwaltung sind und bleiben ein profitables Geschäft. Die Risiken sind überschaubar und es bedarf nur wenig Eigenkapitals. Um in diesen Geschäftsfeldern erfolgreich zu bleiben, müssen Banken jedoch ihre Geschäftsmodelle den regulatorischen Herausforderungen und gestiegenen Kundenbedürfnissen anpassen.

Wer künftig zu den Gewinnern oder Verlierern zählt, dürfte in Asien entschieden werden. Dort wird von Experten das größte Wachstum bei den relevanten Vermögensgrößen vermutet.

Der Konkurrenz weit voraus

Unter den europäischen Großbanken sind die UBS und Credit Suisse in der gehobenen Vermögensverwaltung der Konkurrenz weit voraus, zumindest was Marktanteile und Bekanntheit angeht. Noch deutlicher wird der Vorsprung bei den Kundensegmenten High Net Worth Individuals und Ultra High Net Worth Individuals (HNWI und UHNWI). Den größten Anteil am Marktwachstum der HNWIs hatten 2014 Nordamerika und die Asien-Pazifik-Region.

Letztere konnte den Spitzenplatz im Hinblick auf die HNWI-Population zurückerobern, und die dort wohnhaften HNWIs haben auch das größte Gesamtvermögen, heißt es im „World Wealth Report“ des Beratungshauses Capgemini und der Royal Bank of Canada. Da viele Vermögende in Hongkong oder Singapur leben, bauen die größten Banken ihr Engagement an den Standorten entsprechend aus.

Wenn man den Studien der diversen Beratungsgesellschaften glauben darf, stehen der globalen Asset-Management-Industrie rosige Zeiten bevor. Obwohl sich die Märkte im Wandel befinden und sich die Bedürfnisse der Anleger verändern, ist das Umfeld für Vermögensverwalter auf Jahre hinaus positiv, betont Pricewaterhouse Coopers (PWC) in einer Studie. Demnach soll das weltweit verwaltete Vermögen (Assets under Management; AuM) bis 2020 um jährlich 6 Prozent auf mehr als 100 Billionen US-Dollar anwachsen.

Europäer hinken hinterher

Mit der Erholung der Finanzmärkte sind die im Private Banking verwalteten Vermögen wieder spürbar gewachsen und liegen deutlich über den Werten von 2007. Regional zeigen sich jedoch Unterschiede. Während die Top-Player aus der Schweiz und den USA ihre AuM und auch die Erträge in diesem Segment deutlich steigern konnten, liegen die Ergebnisse vieler europäischer Großbanken unter dem Vorkrisenniveau.

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Obwohl viele Privatbanken derzeit ihre Geschäftsmodelle an das veränderte Umfeld anpassen, ist es nur den wenigsten gelungen, ihre Profitabilität zu steigern. Nur eine kleine Gruppe von Großbanken konnte sich vom Rest der Branche abheben und ihre AuM, Effizienz und Profitabilität nachhaltig steigern, heißt es in einer Studie der KPMG Schweiz.