Private Banker erklärt Darum finde ich diesen Immobilien-ETF interessant

Sascha Büssing ist Produktmanager Investmentfonds bei der Oldenburgischen Landesbank

Sascha Büssing ist Produktmanager Investmentfonds bei der Oldenburgischen Landesbank

Geht es um das Thema Immobilienanlage, bilden sich sofort zwei Lager. Die eine Seite arbeitet mit Schlagworten wie Immobilienblase, Mietpreisbremse oder Vermögenseinbußen durch abzuwickelnde offene Immobilienfonds. Von der anderen Seite werden die explodierende Nachfrage, steigende Mieten und das Stichwort sicherer Anlagehafen in den Ring geworfen.

Zugegeben, das Thema Immobilien polarisiert. Aber wohnen, arbeiten und shoppen wir nicht fast alle in irgendwelchen Gebäuden? Und daran wird sich auch in den kommenden Jahren voraussichtlich nicht viel ändern. Die lockere Geldpolitik der Notenbanken rückt die Gesellschaften in den Fokus der Anleger, die sich mit dem Kauf und der Entwicklung von Immobilien beschäftigen und von dem niedrigen Zinsniveau am stärksten profitieren. Schließlich lassen sich hochwertige Objekte mit langfristigen Verträgen und einem akzeptablen Verschuldungsgrad gerade in diesen Zeiten sehr gut finanzieren. Und Mieten sind auch in schwächeren wirtschaftlichen Zeiten eine gewinnbringende Ertragskomponente.

Wer mit dem Handel oder der Vermietung von Immobilien Geld verdienen will, muss keine eigenen Häuser haben. Es genügt, einen Blick auf Real Estate Investment Trusts – kurz Reits – zu werfen. Das sind Unternehmen, die den An- und Verkauf von Immobilien beziehungsweise deren Vermietung oder Verpachtung zum primären Geschäftszweck haben. In den USA gibt es sie bereits seit 1960, in Europa gelten unsere holländischen Nachbarn mit ihren 1969 eingeführten „Fiscale Beleggingsinstelling“ als Vorreiter in Sachen Reits. In Deutschland hat der Bundestag im Jahr 2007 das Gesetz zur Schaffung deutscher Immobilien-Aktiengesellschaften mit börsennotierten Anteilen beschlossen.

Für Anleger sind Reits vor allem wegen der Ausschüttung der erzielten Erträge aus Vermietung und Verpachtung interessant. In Deutschland zum Beispiel müssen mindestens 90 Prozent der Erträge an die Anleger ausgeschüttet werden, in Frankreich sind es immerhin noch 85 Prozent aus dem operativen Geschäft.

Wie bei anderen Anlageinvestitionen auch, hängt der wirtschaftliche Erfolg vom Marktumfeld und der Qualität der Einzelobjekte ab. Um das Risiko zu streuen, bietet sich ein passiver Branchen-ETF wie der DB X-Trackers FTSE Epra/Nareit Developed Europe Real Estate an. Der zugrunde liegende Index bildet die Wertentwicklung von derzeit 88 börsennotierten Aktien-Reits und Immobiliengesellschaften ab, deren durchschnittliche Dividendenrendite Ende Oktober bei 2,95 Prozent lag. Er ist nach der Marktkapitalisierung gewichtet und erfasst insgesamt 13 europäische Industrieländer.

Zwar unterliegen Reits teilweise höheren Schwankungen als Unternehmen aus anderen Branchen. Durch ihre geringe Korrelation mit den gängigen Aktienindizes können sie aber dennoch dazu beitragen, die Schwankungsbreite in einem gut diversifizierten Depot zu reduzieren.

Über die Oldenburgische Landesbank AG Das 1869 gegründete, börsennotierte Institut gehört mit einer Bilanzsumme von knapp 15 Milliarden Euro zu den größten Regionalbanken Deutschlands. Das Geschäftsgebiet mit mehr als 170 Niederlassungen erstreckt sich zwischen Weser, Ems und Nordsee. Im Private Banking bietet die OLB eine umfangreiche Vermögensbetreuung inklusive Stiftungsmanagement. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beratung von Freiberuflern und Firmenkunden, unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft und Neue Energien.