Präsidentschaftswahl und Zinswende Wie die besten Fondsmanager sich jetzt am US-Aktienmarkt positionieren

Politische Börse: Die Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton sowie US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen dürfte in den kommenden Monaten viel Einfluss auf die Aktienmärkte haben | © Getty Images

Politische Börse: Die Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Hillary Clinton sowie US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen dürfte in den kommenden Monaten viel Einfluss auf die Aktienmärkte haben Foto: Getty Images

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Der Sieger steht fest: Die Vereinigten Staaten von Amerika sind die einzig verbliebene Supermacht auf diesem Planeten. Die Konkurrenz schwächelt auf breiter Front: Russland hat seine große Zeit hinter sich, China indes noch einen weiten Weg vor der Brust. Europa zerfleddert sich derweil selbst, anstatt zu einer Wirtschaftsmacht zusammenzuwachsen. Die USA bestimmen unterdessen weite Teile der Weltpolitik.

Zugleich verändern amerikanische Unternehmen mit ihren neuartigen Technologien tiefgreifend das Leben der Menschen rund um den Globus. Diese Stärke lässt sich auch am gigantischen Kapitalmarkt der Vereinigten Staaten ablesen: Die Technologieriesen Apple und Alphabet, Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, der Ölförderer Exxon Mobil und sowie die Software- Schmiede Microsoft sind seit Jahren die nach Marktkapitalisierung größten Aktiengesellschaften der Welt. Zusammen kommen sie auf einen Börsenwert von umgerechnet rund 2 Billionen Euro.

Und die US-Dominanz nimmt weiter zu: Waren unter den zehn größten Firmen vor einem Jahr noch zwei chinesische sowie ein Schweizer Unternehmen mit von der Partie, finden sich nach einer Aufstellung der „Financial Times“ dort inzwischen ausschließlich US-Gesellschaften (Stand: Ende März 2016).

Übersetzung auf den Aktienmarkt

Das bedeutet aber keineswegs, dass der US-Aktienmarkt nur den Weg nach oben kennt. Im Verlauf des zurückliegenden Jahres ist etwa der Standardwerte- Aktienindex S&P 500 lediglich um 3,5 Prozent gestiegen. Zugleich schwankten die Kurse der gelisteten Unternehmen stark.

Darum empfiehlt Helen Ford, Spezialistin für US-Aktien bei der Fondsgesellschaft T. Rowe Price, dass Investoren ihr Augenmerk momentan verstärkt auf die fundamentalen Daten einzelner Unternehmen lenken sollten: „Zwar stecken preissensitive Branchen wie der Metall- oder Energiesektor in einer Gewinn-Rezession. Relativ starke Unternehmensergebnisse liefern dagegen der Gesundheits- und Technologiesektor, aber auch der Konsumgüterbereich.“

Dort liege zudem die Zahl der Fusionen und Übernahmen weiterhin auf einem hohen Niveau, ebenso wie das Volumen der Aktienrückkäufe, so Ford. Letztere sind darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen derzeit große Mengen Cash in der Bilanz halten. Beides spricht für steigende Aktienkurse.

Laut Analystenschätzungen sollen aber auch die seit Beginn des Jahres mittelprächtigen Gewinnzahlen der US-Unternehmen wieder auf breiter Front zulegen, im dritten Quartal um 5,1 Prozent und im vierten gar um 10 Prozent.

Vor diesem Hintergrund hält Ford die Schwäche des US-amerikanischen Aktienmarkts zu Jahresbeginn für übertrieben und die Preise somit für günstig: „Wir haben die kurzfristige Volatilität genutzt und unsere Positionen in Titeln mit hohen Dividenden ausgeweitet.“ In der Vergangenheit sei das Verhältnis zwischen Wachstums- und Dividenden-Aktien ausgewogen gewesen, sagt die Expertin. Erst im vergangenen Jahr hätten Anleger dann angefangen, übermäßig in Wachstumstitel zu investieren.

Tech-Riesen sorgen für Performance

Die nehmen auch beim T. Rowe Price US Blue Chip Equity einen großen Teil des Portfolios ein: Versandhändler Amazon stellt mit 7,2 Prozent die Top-Position dar, gefolgt von Google-Mutter Alphabet und dem sozialen Netzwerk Facebook. Die drei machen zusammen mehr als 16 Prozent der 421 Millionen Euro Fondsvermögen aus und zahlen allesamt bislang keine Dividenden.

Fondsmanager Larry Puglia wählt insgesamt gut 120 Einzeltitel mit einem durchschnittlichen Börsenwert von 62 Milliarden Euro. Mit einer Performance von 120 Prozent in den zurückliegenden fünf Jahren liegt der Fonds in seiner Vergleichsgruppe auf den Spitzenplätzen (siehe Tabelle unten). Die Konzentration auf wachstumsstarke Unternehmen führt aber auch zu Nachteilen wie einer stärker schwankenden Wertentwicklung. Die Volatilität beträgt 14,7 Prozent, mehr als bei den Wettbewerbern. Gleiches gilt für die 9 Prozent Abschwung seit Jahresbeginn.

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