Nordic Corporate Bonds „Wir servieren flexible Bottom-up-Investments nach skandinavischer Art“

Andreas Dankel, Chief Portfolio Manager des Danske Invest Nordic Corporate Bond Fonds

Andreas Dankel, Chief Portfolio Manager des Danske Invest Nordic Corporate Bond Fonds

Herr Dankel, ihr Fonds investiert überwiegend in Unternehmensanleihen aus nordischen Ländern. Nach welchen Maßstäben entscheiden Sie, ob ein Unternehmen „nordisch“ ist oder nicht?

Andreas Dankel: Bei der Selektion nordischer Unternehmensanleihen richten wir uns nach drei Kriterien, wobei für ein Investment mindestens eines der drei erfüllt sein muss. Entweder muss ein Unternehmen seinen Hauptsitz in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland oder Island haben, oder die Hauptmärkte des Unternehmens müssen in einem der nordischen Länder lokalisiert sein, oder aber das Unternehmen hat historisch seinen Ursprung in Skandinavien. Nehmen Sie etwa Volvo, ein ursprünglich schwedisches Unternehmen, aber heute in chinesischem Besitz.

Wie ist die Allokation des Fonds in den einzelnen nordischen Ländern?

Dankel: Hier zeichnet sich der Nordic Corporate Bonds durch seine besondere Flexibilität aus. Wir investieren nicht länder-, sondern unternehmensspezifisch. Letzten Endes ausschlaggebend sind für uns das Rating und der innere Wert des einzelnen Unternehmens, wobei natürlich auch die Makroindikatoren des jeweiligen Landes eine gewisse Rolle spielen. So sind wir zurzeit zu 75 Prozent in Skandinavien und zu knapp 20 Prozent in Finnland und Island investiert. Bemerkenswert ist, dass wir mit aktuell 42 Prozent in schwedischen Anleihen investiert sind. Unabhängig von der Zusammensetzung ist das gesamte Portfolio in Euro gehedgt.

Wodurch zeichnet sich Ihre Strategie aus?

Dankel: Im Grunde kombinieren wir zwei bewährte Investment-Ansätze und fokussieren diese auf die nordischen Märkte. Zum einen verfolgen wir einen Bottom-up-Ansatz, der auf Investment Grade- oder Sub-Investment Grade-Anleihen ausgerichtet ist, wobei mindestens 50 Prozent des Fondsvermögens ein Rating von Baa3/BBB- oder höher haben müssen. Zum anderen suchen wir ganz gezielt nach Hochzinsanleihen, welche die beste Aussicht auf Renditen bieten. Kurz, eine flexible Bondpicking-Philosophie in Kombination mit einem aktiven Investment-Stil ermöglicht es dem Fondsmanagement, Erträge nach dem Geschmack von Skandinavien-Anlegern zu generieren. Schließlich umfasst unser Portfolio Anleihen von Unternehmen, die für die nordischen Länder typisch sind und auch auf den Märkten mit ihren landestypischen Eigenheiten, sozusagen als skandinavische Investment-Spezialitäten wahrgenommen werden.

An welchen Sektoren haben Sie dabei besonderes Interesse?

Dankel: Mit unserer Strategie stellen wir ein diversifiziertes Portfolio zusammen, das sich auf die verschiedenen nordischen Länder erstreckt und sich dabei auf unterschiedliche Sektoren und Branchen verteilt. Wichtig ist uns dabei vor allem, regionale Übergewichtungen durch eine zu einseitige Fokussierung zu vermeiden, denken Sie etwa an den norwegischen Energiesektor oder die finnische Bergbauindustrie. Einen relativ starken sektoralen Fokus legen wir indes auf robuste nordische Banken, die in unserem Portfolio etwa 30 Prozent ausmachen.

Wie sieht Ihr Ausblick für das zweite Halbjahr 2017 aus? Ist aus den nordischen Ländern besonderes zu erwarten?

Dankel: Momentan sehen wir keine Anzeichen für spontane Zinserhöhungen oder für eine Abkehr von der lockeren Geldpolitik. Im Übrigen reduzieren wir Zinsänderungsrisiken im Portfolio durch ein aktives Durationsmanagement. Besonders interessante Risiko-Rendite-Profile finden wir zurzeit bei mittelständischen Unternehmen und bestimmten Banken und Versicherungen. In den vergangenen Jahren wurden viele neue Anleihen in den nordischen Staaten emittiert und wir gehen davon aus, dass dieser Trend noch anhalten wird. Insbesondere aber die Zahl der Emittenten ohne Rating, die dafür eine Prämie auf den Kupon zahlen, dürfte weiterhin ansteigen. Letzteres ist geradezu charakteristisch für nordische Emittenten. In solchen Fällen kalkulieren wir das Risiko anhand eines eigenen Ratings, auch „Schattenrating“ genannt. Mithilfe unserer eigenen Ratingverfahren können wir aber auch Anleihen mit offizieller Bonitätseinstufung schneller und bedarfsgerechter bewerten. Dies hilft uns dabei, für unsere Anleger die Rosinen aus dem skandinavischen Kuchen zu picken.