Neuer BHF-Bank-Chef Leonhard Fischer: Können von US-Bank lernen

Dass es größere Banken leichter haben Geld zu verdienen als kleinere Institute hält der neue Chef der BHF-Bank für eine Legende. Schließlich seien Kredit- und Privatkundengeschäft nur begrenzt skalierbar.

Moderne Handelsplattformen für Devisen oder Derivate, die sich große Banken leisten könnten, brauche man bei der BHF-Bank nicht. Auch mit Finanzinnovationen tut Leonhard Fischer schwer: „Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt, hat man kein echtes Bankgeschäft mehr“, sagt der Chef der Finanzholding RHJI im Interview mit der „Welt am Sonntag“.

"Brauchen Bankgeschäft nicht neu erfinden"

Mit der BHF-Bank, die Fischer mit der britischen Kleinwort Benson verschmelzen möchte, werde man sich ausschließlich auf die Beratung vermögender Kunden sowie auf das Fonds- und Firmenkundengeschäft konzentrieren. „Das klingt vielleicht altmodisch, aber es wird funktionieren“ gibt sich Fischer zuversichtlich. Schließlich verfolgten Banken, die nachhaltig profitabel sind, meist ein sehr einfaches Geschäftsmodell. 

Als Beispiel nennt Fischer die US-Bank Wells Fargo, die sich fast ausschließlich aufs Einlagen- und Kreditgeschäft konzentriere. Es gebe nur wenige andere Banken, die für ihre Eigentümer derart rentabel sind.

„Wir brauchen als Bankengruppe unserer Größe das Bankgeschäft nicht neu zu erfinden – was meine intellektuellen Fähigkeiten auch übersteigen würde“, erklärt Fischer mit einem Augenzwinkern.