Kunstversicherungen Wie Sammler ruhig schlafen können

Seit dem Diebstahl 2004 beschädigt und nur noch unter Glas zu sehen: Die Madonna von Edvard Munch.  | ©  POPPE, CORNELIUS/AFP/Getty Images

Seit dem Diebstahl 2004 beschädigt und nur noch unter Glas zu sehen: Die Madonna von Edvard Munch. Foto: POPPE, CORNELIUS/AFP/Getty Images

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Der bisher größte Kunstraub fand in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai 2010 statt. Damals entwendete der Serbe Vrejan T., genannt der Spinnenmann, gleich fünf Meisterwerke aus dem Pariser Museum der Moderne. Es handelt sich um Gemälde der klassischen Moderne von Georges Braque, Fernand Léger, Henri Matisse, Amedeo Modigliani und Pablo Picasso. Ihr Beutewert: mehr als 100 Millionen Euro.

Noch wertvoller wäre es fast im April 1991 zugegangen. Diebe stahlen damals 20 Van-Gogh-Werke aus dem Van-Gogh-Museum im niederländischen Amsterdam. Die Bilder waren rund 460 Millionen Euro wert. Der Raub scheiterte aber noch auf den ersten Metern der Flucht wegen einer Reifenpanne. Das zweite Fluchtauto erschien deswegen nie, und der Coup misslang.



Private Kunstsammler brauchen sich vor solch spektakulären Diebstählen wohl nur im Ausnahmefall zu fürchten. Bedarf an einer speziellen Versicherung für die Kunstwerke haben sie aber trotzdem. Denn auch zu Hause kann den wertvollen Gemälden, Skulpturen & Co. einiges passieren.

Die Zahl der Einbrüche erreichte vergangenes Jahr erst wieder einen traurigen Rekord. 167.000 Mal wurde 2015 in Deutschland eingebrochen – ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2014.

Reicht als Versicherungsschutz aber nicht die Hausratversicherung? In der Regel nein: „Die übliche Hausratversicherung deckt nur die im Versicherungsschein explizit genannten Gefahren wie Brand, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und Sturm ab“, sagt Birgit Rolfes, Leiterin Artima im Kompetenzcenter Marken der Mannheimer Versicherung. „Eine Kunstversicherung bietet dagegen einen viel umfangreicheren Schutz.“



Das bestätigt auch Dirk Heinrich, Geschäftsführer Deutschland und Österreich von Axa Art. Kunstversicherungen sind meistens als Allgefahrendeckung konzipiert und sichern in der Regel alle denkbaren Schäden ab, die nicht explizit ausgeschlossen sind, etwa Krieg: „So sind zum Beispiel einfache Beschädigungen – eine Skulptur wird beim Reinigen beschädigt –, einfacher Diebstahl – ein Kunstwerk wurde entwendet, ohne dass Einbruchspuren feststellbar sind – oder Transporte – ein Ölgemälde wird mit einer Kunstspedition zum Restaurator transportiert – mitversichert.“