McKinsey Studie Krise trifft Private Banking

Die Krise beschäftigt nicht nur Kleinanleger, auch wohlhabende Kunden sind verunsichert und haben Angst um ihr Erspartes – worunter wiederum die Geschäfte der privaten Banken leiden. Laut Private Banking Survey 2012 des Beratungsunternehmens McKinsey & Company ging das verwaltete Vermögen im Private Banking im zweiten Halbjahr 2011 um 5 Prozent zurück.

Zwar verzeichneten die Banken insgesamt einen Mittelzufluss von einem Prozentpunkt, doch gleichzeitig schmälerten Kursverluste das Gesamtvermögen um 6 Prozentpunkte. Im Jahr zuvor waren die AuM noch um 10 Prozent gestiegen. Von frischem Mitteln profitierten nicht alle Institute; 40 Prozent der Privatbanken verloren 2011 Kundengeld.

Ebenso wie Kleinanleger verschoben etliche finanzstarke Kunden ihren Anlageschwerpunkt in Richtung Sicherheit. So sank der Anteil an Aktien in europaweiten Privatkunden-Portfolios von 26 auf 24 Prozent, in Deutschland sogar von 28 auf 25 Prozent. Gleichzeitig kauften die Anleger festverzinsliche Wertpapiere: ihr Anteil stieg von 56 auf 59 Prozent in Europa und von 52 auf 54 Prozent in Deutschland.

Neben der Wirtschaftskrise setzen volatile Kapitalmärkte, zunehmende Regulierung, sich wandelnde Märkte und vorsichtigere Anleger die Privatbanken unter Druck. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum blieb die Gewinnmarge zwar stabil bei 24 Basispunkten, doch lag sie damit 12 Punkte unter den Spitzenwerten von 2005 bis 2007.

Laut McKinsey wuchsen die Erlöse der Banken 2011 durchschnittlich um 3 Prozent – jedoch stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum im Schnitt um 4 Prozent. Preistreiber mit 7 Prozent waren dabei Backoffice/IT und die Gemeinkosten. Sie machen mittlerweile fast die Hälfte (45 Prozent) der Gesamtkosten aus. Nach McKinsey ist dies besonders für kleinere Banken ein Problem, wohingegen größere Privatbanken und Privatkundenbereiche von Universalbanken ihre Ausgaben zum Teil sogar um 6 Prozent zurückschraubten.

Am fittesten erwiesen sich in der Studie die Private-Banking-Abteilungen der Universalbanken. Sie verbuchten Nettozuflüsse von 2 Prozent und wiesen gleichzeitig Gewinnmargen von 34 Basispunkten auf. Spezialisierte Boutiquen verkauften ihr Angebot hingegen nicht so effizient: Sie gewannen zwar 4 Prozent Marktanteile, wirtschafteten aber nicht so erfolgreich und brachten nur eine Marge von 26 Basispunkten mit nach Haus.

An der Studie nahmen 160 Banken aus 26 Ländern teil. Drei Viertel der befragten Unternehmen sind Privatkundenbereiche von Universalbanken.