Family Office und BHF-Bank Kleinwort Benson greift an

Sally Tennant, Chefin von Kleinwort Benson

Sally Tennant, Chefin von Kleinwort Benson

Als Sally Tennant im Oktober 2010 Chefin von Kleinwort Benson wurde, sollte sie das Private Banking und Vermögensverwaltungsgeschäft stärken und die Marke ausbauen. Jetzt steht sie vor drei großen Schritten in diese Richtung.

Wie das englische Nachrichtenportal „Citywire“ berichtet, hat Tennant zwei hochrangige Banker vom Konkurrenten Schroders angeworben: Jeremy Brown und Stephen Campbell. Beide kommen aus Schroders‘ Private-Banking-Team, Brown war sogar Chef der Kundenberatung.

Zudem übernimmt Kleinwort Benson das Family Office Karrig Strategic Capital. Dessen Chef Paul Kearney soll das neue Kleinwort Benson Private Investment Office leiten, eine neue Abteilung innerhalb der Bank.

Unabhängig davon meldet die Deutsche Bank, dass sie derzeit mit Kleinwort Benson den Verkauf der BHF-Bank verhandelt. Es wäre ein weiterer Versuch der Deutschen Bank, nachdem sie die Tochtergesellschaft bereits im April an die Liechtensteiner Gesellschaft LGT abstoßen wollte, die Verhandlung aber abgebrochen hatte. Man wolle die BHF-Bank nun im Konzern behalten und umstrukturieren, hieß es damals von den Deutsch-Bankern. Jetzt wohl nicht mehr.

Nach einem schwarzen Jahrzehnt kehrt Kleinwort Benson somit zurück in die Wachstumsspur. 1995 hatte die Dresdner Bank die damals starke und traditionsreiche Investmentbank übernommen und ein paar Jahre später mit der US-Investmentbank Wasserstein Perella verschmolzen. Dresdner Kleinwort Wasserstein hieß das Haus dann und wurde zu einem der größten Verlustbringer und damit zum Ballast für die Bank. 2009 übernahm die Commerzbank die Dresdner Bank. Mitte 2010 wechselte die schwierige Tochter – jetzt wieder als Kleinwort Benson - zu seinem neuen Besitzer, dem Finanzinvestor RHJ International. „Kleinwort Benson celebrates independence“ – „Kleinwort Benson feiert Unabhängigkeit“, betitelte das Unternehmen seine Pressemitteilung.