Immobilienanlagen Masterfonds erobern die Immobilienwelt

Alexander Tannenbaum ist Geschäftsführer Universal-Investment

Alexander Tannenbaum ist Geschäftsführer Universal-Investment

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Der deutsche Immobilienspezialfonds (ISF) hat bei Investoren in den vergangenen Jahren viel Boden gegenüber offenen Immobilienpublikumsfonds gut gemacht. Lag das ISF-Gesamtvolumen im Jahr 2000 noch bei rund sieben Milliarden Euro, so waren es Ende 2015 bereits über 54 Milliarden Euro.

Der ISF-Anteil an allen offenen Immobilienfonds stieg von fünf auf rund 40 Prozent, mit weiter steigender Tendenz. Ein immer größerer Teil der Immobilienfonds wird nach dem Prinzip der Master-KVG verwaltet. Schon oft übernahmen Immobilienfonds Neuerungen aus der Wertpapierwelt, beispielsweise neue Mechanismen zur Risikokontrolle, die erhebliche Professionalisierung im Portfoliomanagement oder auch eine effizientere Liquiditätssteuerung.

Jetzt setzt sich ein weiterer Trend aus dem Wertpapierbereich bei den Immobilienspezialfonds durch, indem die Wertschöpfungskette mit dem Masterfondsprinzip aufgebrochen wird. Für Anleger bringt dies eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich: Professionalisierung über Spezialisierung, Flexibilität, Effizienz und Transparenz.

Spezialisten statt Generalisten

Institutionelle Anleger setzen immer stärker auf Spezialisten für einzelne Bausteine, wie das Asset Management oder die Administration. Das Niedrigzinsumfeld und die dadurch ausgelöste stärkere Diversifizierung in alternative Anlagen haben diese Entwicklung verstärkt.

Klassische Generalisten müssen heute gegenüber Investoren nachweisen, ob sie ausreichende Spezialkompetenzen besitzen, um in den wesentlichen Komponenten der Wertschöpfungskette – der Administration und dem Asset Management – effizient, flexibel und transparent zu sein.

Anlager fragen sich, ob ein Generalist wirklich das erforderliche Marktwissen hat, um aus Deutschland heraus Vermögenswerte in Nordamerika zu managen. Vielleicht kann dies ein Spezialist vor Ort doch besser? Ebenso berechtigt ist die Frage, ob ein guter Asset Manager auch ein guter Administrator ist.



Die Antwort liegt für viele institutionelle Investoren auf der Hand: Sie fordern eine klare Arbeitsteilung, bei der auf Basis einer Master-KVG jeder Beteiligte seine Kernkompetenz einbringt. Auf der Wertpapierseite hat sich dieser Trend seit langem etabliert. 2015 wurden dem Branchenverband BVI zufolge fast drei Viertel der in Spezialfonds angelegten rund 1,4 Billionen Euro über Master-KVG-Lösungen verwaltet.