Finanzierungsrunde Paypal-Gründer Peter Thiel erhöht Beteiligung an Deposit Solutions

US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln: Peter Thiel  | © Getty Images

US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln: Peter Thiel Foto: Getty Images

Peter Thiel, PayPal-Mitgründer und Erstinvestor bei Facebook, sowie der Investor Finlab erhöhen ihre Anteile am Hamburger Fintech Deposit Solutions. Zugleich kommen mit dem US-Investor Greycroft Partners, dem globalen Wachstumsfonds von Eventures und Valar Ventures in der Finanzierungsrunde drei neue Partner hinzu. Gemeinsam investieren sie 15 Millionen Euro.

Erst im vergangenen Jahr hatte Deposit Solutions eine Finanzierungsrunde in Höhe von 6,5 Millionen Euro abgeschlossen und den Einstieg von Thiel in das Unternehmen bekannt gegeben. Die jetzige Finanzierung steigert den Unternehmenswert auf insgesamt 110 Millionen Euro.

110 Millionen Euro Unternehmenswert
 
„Wir freuen uns über die sehr positive Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre. Mit der zusätzlichen Finanzierung können wir den Ausbau der Plattform nun noch schneller vorantreiben und sie auch in anderen europäischen Ländern etablieren“, sagt Tim Sievers, Gründer und Geschäftsführer von Deposit Solutions. 

Die Gelder aus der aktuellen Finanzierungsrunde will das Untenrehmen in die Weiterentwicklung der Technologie sowie in den personellen und strukturellen Ausbau der Organisation investieren. Besonderer Fokus liegt dabei, neben der weiteren Durchdringung des deutschen Marktes, auf der Entwicklung weiterer europäischer Kernmärkte. Erste Niederlassungen wurden bereits in den Finanzhauptstädten London und Zürich eröffnet. 

Vor kurzem hatte die Deutsche Bank erklärt, dass sie die Lösung von Deposit Solutions in ihr Angebot integriert. Zusätzlich haben sich das börsennotierte Advisortech-Unternehmen JDC Group sowie der deutsche Onlinebroker Flatex an die Plattform angeschlossen. Weitere Partnerschaften sind bereits in der Umsetzung, wie zum Beispiel mit der deutschen Fidelity-Tochter FFB.

Zinspilot gut entwickelt

Auch das hauseigene Direktangebot Zinspilot hat sich nach Unternehmensangaben gut entwickelt. Die Internetplattform Zinspilot soll Anlegern die Möglichkeit bieten, ihr Geld über nur ein Konto immer zu der Bank mit dem höchsten Zins zu transferieren. Dieses Geschäftsmodell funktioniert natürlich nur, wenn ausreichend viele Banken mitmachen, und zwar gerade die mit den attraktivsten Zinsen.

Jeden Monat vermittele Zinspilot bereits dreistellige Millionenbeträge. „Wir zeigen damit auch unseren Partnerbanken, dass unsere Ein-Konto-Lösung die Bedürfnisse des deutschen Sparers erfüllt“, betont Andreas Wiethölter, Marketing-Chef bei Deposit Solutions.

Seit 2011 hat das 70 Mitarbeiter starke Hamburger Finanztechnologie-Unternehmen mit seinen B2B-Anwendungen für Spar- und Termineinlagen nach eigenem Bekunden Anlagen in Höhe von über 1 Milliarde Euro abgewickelt. Die Technologie ermöglicht es Banken, die Privatkundeneinlagen einwerben möchten, ihre Sparprodukte auf der Plattform einzustellen und damit zur Vermarktung durch andere Banken verfügbar zu machen.

Die Kunden müssen dafür keine direkte Bankverbindung bei anderen Kreditinstituten eingehen. Zusätzlich werden die Tages- und Festgeldangebote der Partnerbanken unter dem eigenen Service Zinspilot direkt an Sparer vermarktet.