Europäische Hochzinsanleihen mit Potenzial Perlentaucher auf der Suche nach Mehrrenditen

Susanne Hellmann, Geschäftsführerin von NN Investment Partners Germany | © NN Investment Partners

Susanne Hellmann, Geschäftsführerin von NN Investment Partners Germany Foto: NN Investment Partners

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Immer mehr Investoren entscheiden sich für den zweiten Weg und investieren in hochverzinsliche Anleihen. In dieser zurzeit sehr nachgefragten Anlageklasse stellt der NN (L) European High Yield eine sogenannte Perle im Anleihensektor dar. So spiegelt sich diese Beliebtheit auch in seinen Mittelzuflüssen von 450 Millionen Euro wider, die der Fonds bis Ende August allein in diesem Jahr verbuchte. Mit einem Portfoliowert von mehr als 1,2 Milliarden Euro gehört er zu den Schwergewichten seines Sektors. Und seit Auflage im August 2010 konnte er mit Renditen von 9,65 Prozent p.a. seine Benchmark (siehe auch Grafik) und die meisten seiner Wettbewerber schlagen.

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Risiken im Blick behalten

Risikolos ist ein Investment in Hochzinsanleihen naturgemäß nicht, und Marktspannungen können sich auf die Performance auswirken. 2015 etwa startete der europäische Hochzinsmarkt mit positiven Vorzeichen, doch im Sommer drehte sich die Stimmung. Dies lag vor allem an der Abschwächung der chinesischen Wirtschaft und der Sorge um die Folgen für die Konjunktur in entwickelten Volkswirtschaften.

Auch der makroökonomische Ausblick für die Schwellenmärkte verschlechterte sich, dazu kamen die Schwäche der Rohstoffpreise und das Ausbleiben einer Zinserhöhung in den USA. Der Volkswagen-Abgasskandal führte zudem zu einem Abverkauf von Bonds aus der Automobil- und Zulieferindustrie. Insgesamt zeigte die Anlageklasse European High Yield im dritten Quartal Nettomittelabflüsse und mäßige Performancewerte, wegen der niedrigen Liquidität blieb der Markt stark technisch geprägt.

Herausforderungen bleiben am Markt auch weiterhin bestehen, etwa ein erneuter Absturz der Rohstoffpreise oder das Herdenverhalten von Anlegern, das schon in den letzten Monaten beobachtet wurde, als diese aus dem weniger liquiden Hochzinsmarkt flüchteten. Makroökonomische Schlüsselrisiken sind Zeitpunkt und Ausmaß einer US-Zinserhöhung sowie die Konjunkturentwicklung in China und die Entwicklung europäischer Staatsanleihen. Geopolitisch könnten die Krise im Nahen Osten oder der Ukraine-Russland-Konflikt für Unruhe sorgen.

Attraktivität ungebrochen

Insgesamt bleiben die Bewertungen von High Yield im historischen Vergleich jedoch angemessen, denn der Markt preist derzeit eine hohe Rezessionswahrscheinlichkeit ein, während die fundamentale Lage stabil ist. Das Wachstums-Momentum in der Eurozone ist positiv, unterstützt durch eine geringe Inflation, die Schwäche der Gemeinschaftswährung und niedrige Ölpreise.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt mit ihrer Politik der quantitativen Lockerung für ein technisch positives Umfeld und die kurzfristigen Refinanzierungsbedürfnisse von Unternehmen sind gering, da sie konservativ wirtschaften und hohe Barbestände haben. Insgesamt bieten High Yield weiterhin attraktive Renditen und ein besseres Rendite-Risiko-Verhältnis als andere Segmente des Anleihenmarkts, weil die Ausfallquoten auch in der absehbaren Zukunft niedrig bleiben sollten – zumindest solange die Weltwirtschaft ihren moderaten Erholungskurs fortsetzt.

Für europäische Hochzinsanleihen spricht auch, dass die Spreads, also Renditeaufschläge, gegenüber sicheren Staatspapieren noch klar über dem Niveau notieren, das vor der diesjährigen Finanzkrise erreicht wurde. Dies und die relativ kurze Duration der Papiere immunisiert High Yield-Bonds gegen einen Zinsanstieg bei Staatsanleihen, was im aktuellen Umfeld für viele Anleiheinvestoren eine sehr attraktive Eigenschaft ist. NN Investment Partners hält am europäischen Hochzinsmarkt in den nächsten zwölf Monaten eine Gesamtrendite von sieben Prozent für möglich.