Entgegenwirkend, ausgleichend, beschleunigend Wie verschiedene Hedgefonds-Strategien im Portfolio wirken

Anne Mauny (links) und Philippe Ferreira, beides Senior Strategist für Alternative Investments bei Lyxor Asset Management

Anne Mauny (links) und Philippe Ferreira, beides Senior Strategist für Alternative Investments bei Lyxor Asset Management

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Die Asset-Klasse der sogenannten Alternativen Anlagen ist breit gefächert. Sie beinhaltet Private Equity, Investments in reelle Werte wie Infrastruktur oder Immobilien und insbesondere Absolute-Return-Strategien. Letztere sind es vor allem, die den in Zeiten von Marktturbulenzen gestiegenen Anforderungen der Anleger an Liquidität gerecht werden.

Gleichzeitig sind ihre Verwaltungs- und Performance-Gebühren stark gesunken. Zudem hat das Angebot regulierter und liquider Fonds im Rahmen der Ucutis- und AIFMD-Regulierung stark zugenommen.

Das Ziel jedes Absolute-Return-Managements ist das Erwirtschaften von Erträgen unabhängig von irgendeiner Benchmark sowie eine geringe Volatilität. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es Absolute-Return-Mandaten gelungen ist, Anlageportfolios vor Turbulenzen zu schützen.

Während der MSCI World Index zwischen Oktober 2008 und März 2009 mehr als 30 Prozent und schließlich nochmals 10 Prozent im August 2011 verlor, hat der Lyxor Hedgefondsindex (HFI) nur jeweils 2,7 Prozent und 2,8 Prozent an Wert eingebüßt.

Im Gegenzug fallen ihre Zuwächse in Hausse-Märkten moderater aus: Im Laufe des zweiten Halbjahres 2013 hat der HFI um 6 Prozent zugelegt, der Aktienmarkt hingegen um 19 Prozent. Das gilt jedoch nur für den breiten Index. Das Anlageuniversum ist jedoch sehr heterogen. Daher erscheint es sinnvoll, das Verhalten der unterschiedlichen Hedgefonds je nach Art ihrer Strategie detailliert darzustellen.
  • Long/Short-Aktienstrategien basieren auf der Arbitrage von börsengehandelten Unternehmen. In ein und demselben Portfolio werden Long-Positionen (also Käufe) solcher Unternehmen, die als unterbewertet angesehen werden, und Short-Positionen (also Verkäufe) überbewerteter Unternehmen kombiniert.

    Das Exposure zum Gesamtmarkt kann in einem solchen Portfolio sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Verhältnis zwischen Long- und Short-Positionen. Ein Fonds, in dem die Kauf-Positionen die Verkauf-Positionen übertreffen, hat einen Long-Bias und umgekehrt. Ein Fonds kann auch ein neutrales Markt-Exposure haben. In dem Fall gleichen sich die Long- und die Short-Positionen aus und man redet von „market neutral“.

    Es liegt in ihrer Natur, dass Long/Short-Aktienfonds stark von der Volatilität der Aktienmärkte geprägt sind. In Baisse-Märkten neigen sie dazu, schlechter abzuschneiden als andere Strategien. Dafür liefern sie oft bessere Renditen, wenn die Märkte wieder anziehen.

    Fonds, die Long investiert sind, werden am stärksten von der Volatilität der Aktienmärkte berührt: minus 7,3 Prozent zwischen Oktober 2008 bis März 2009; plus 11,3 Prozent im zweiten Halbjahr 2013.

    Market-Neutral-Strategien bieten ihrerseits besseren Schutz in Baissemärkten. So haben diese Fonds zwischen Oktober 2008 und März 2009 eine Rendite von nahe null erwirtschaftet.

  • Zu Zinsarbitrage sowie Long/Short-Credit- und Convertible-Arbitrage zählen Fonds, die versuchen, aus Ineffizienzen bei Zins-Produkten Profit zu schlagen. Hierzu gehören Anleihen, Hypotheken, Futures, Optionen, Wandelanleihen und so weiter.

    Diese Strategien weisen strukturell eine geringe Volatilität auf, können allerdings in Zeiten erheblicher Risikoaversion wie etwa 2008 stark durch eine Verschlechterung der Liquiditätsbedingungen beeinträchtigt werden.

    Sogenannte Makro-Strategien versuchen, gesamtwirtschaftliche Tendenzen wie beispielsweise Konjunkturzyklen, Kapitalbewegungen und andere Ereignisse, die sich auf den Wert von Vermögensgegenständen auswirken können, in Profit umzuwandeln.

    Die Fondsmanager verfolgen im Allgemeinen einen globalen Ansatz unter Verwendung mehrerer Aktiva (Aktien, Rohstoffe, Anleihen, Devisen et cetera). Bei diesen Strategien sollte man zwischen CTAs und Global-Macro-Strategien unterscheiden.