Ukraine-Konflikt Die wichtigsten Infos

Menschen betreten ein Regierungsgebäude in Ukraine  | © Getty Images

Menschen betreten ein Regierungsgebäude in Ukraine Foto: Getty Images

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Der Auslöser für die jüngste Eskalation des Konflikts in der Ost-Ukraine

Nach dem Sturz des pro-russischen Präsidenten der Ukraine Janukowitsch hat die neue westlich orientierte Regierung ein Gesetz zum Schutz von Sprachminderheiten außer Kraft gesetzt.

Dieses ermöglichte es bis dato, dass in der Ost-Ukraine, wo die Mehrheit der Bevölkerung Russisch spricht, Russisch auch als Amtssprache fungieren konnte.

Diese Entscheidung war eine von mehreren unmittelbaren Auslösern, der die Sorge auf der Krim und in anderen ost- und südukrainischen Gebieten erhöhte, dass die überwiegend russisch ausgerichtete Bevölkerung der Verlierer eines neuen „Westkurses“ der Ukraine sein wird.

Bei Demonstrationen forderten viele Ost-Ukrainer Schutz durch die russische Regierung, während die ukrainisch orientierte Minderheit in der Ost-Ukraine den politischen Richtungswechsel in Kiew mehrheitlich begrüßt.

Politische Zielsetzung der russischen Regierung


Die russische Regierung hat vielfältige Interessen in Bezug auf die Ukraine und vor allem deren östlichen Landesteile. Die Krim gehörte vormals zu Russland und erst seit den 1950er-Jahren zur ukrainischen Sowjetrepublik, bevor sie nach dem Zerfall der Sowjetunion Teil einer unabhängigen Ukraine wurde.

Die russische Regierung sowie große Teile der russischen Bevölkerung betrachten die Russen und russischsprachigen Bürger in der Ost-Ukraine als Landsleute, denen der Schutz der russischen Regierung gebührt.

Der politische Schwenk der Ukraine läuft Präsident Putins geopolitischen Interessen zuwider; außerdem vertritt die russische Führung die Ansicht, der Sturz des Regimes in Kiew ist vom Westen initiiert worden. Putin plant den Ausbau einer Eurasischen Union (Zollunion), die einen Gegenpol zur EU bilden und Russlands Einfluss stärken soll.

Ohne die Mitgliedschaft der Ukraine wird sich die Eurasische Union als Fehlschlag herausstellen. Militärisch kommt der Krim eine ganz bedeutende Rolle zu, da sie der Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte ist.

Dem russischen Präsidenten Putin dürfte überdies daran gelegen sein, dass der demokratische Funke aus Kiew nicht auf Moskau und ganz Russland überspringt.

Hierzu spielt Putin die patriotische Karte, indem er sich als entschlossenes Staatsoberhaupt für die Interessen seiner Landsleute im Ausland einsetzt und hofft, dass in der Krise übergeordnete nationale Interessen den Wunsch nach mehr Demokratie, der auch in Teilen der russischen Bevölkerung besteht, zunächst verdrängen.