Strategischer Rundumschlag Deutsche Bank: Personalwechsel und Umstrukturierung

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt<br>Quelle: Getty Images

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
Quelle: Getty Images

Noch ist Josef Ackermann Chef der Deutschen Bank, doch seine Nachfolger, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, machen schon mal klar Schiff und präsentieren Pläne für den Umbau von Deutschlands größter Bank. Eine neue Sparte entsteht, der Vorstand wird erweitert und teilweise neu besetzt.

Im Detail: Die Deutsche Bank wird in vier Geschäftsbereiche gegliedert. Schwerpunkt liegt auf dem Firmenkundengeschäft und Investmentbanking, das Jain bisher verantwortete. Künftig werden der in China geborene Kanadier Colin Fan, bisher für Kredithandel und Emerging Markets zuständig, und der aktuelle Asienchef Rob Rankin den Bereich steuern. Zudem wird das „Transaction Banking“, das die Abwicklungsdienstleistungen für Großkunden bündelt, aus dem Investmentbanking ausgegliedert und von Werner Steinmüller verantwortet. Für das Privatkundengeschäft ist weiterhin Rainer Neske zuständig.

Neu ist der vierte Geschäftsbereich Vermögensverwaltung. Er bündelt das institutionelle Asset Management, das vor allem aus der Fondstochter DWS bestehen wird, und die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden, das private Wealth Management. Hinzu kommen das Geschäft mit Zertifikaten und Exchange Traded Funds. Leiten wird die Sparte der Italiener Michele Faissola, der seit 1995 für die Deutsche Bank arbeitet und derzeit im Investmentbanking für die Bereiche Rohstoffe und Staatsanleihen zuständig ist.

Der bisherige Chef des Asset Managements, Kevin Parker, und Private-Wealth-Chef Pierre de Weck sind damit raus. Parker wird die Bank voraussichtlich verlassen. Ob de Weck bleibt, ist noch nicht bekannt. Mit Sicherheit gehen aber die Vorstände Hugo Bänziger (Risikomanagement) und Hermann-Josef Lamberti (Personal und Organisation).

Dafür kommen drei Neue in die Chefetage, die damit von sieben auf acht Mitglieder erweitert wird. Der Ex-McKinsey-Partner Stephan Leithner soll Europachef werden und die Bereiche Recht und Personal übernehmen, Risikomanager wird William Broeksmit und Henry Ritchotte wird die Organisation der Bank verantworten.

In trockenen Tüchern ist der Umbau allerdings noch nicht. Der Aufsichtsrat der Bank muss den Plänen noch zustimmen. Gibt er sein OK, sollen die Änderungen Ende Mai in Kraft treten.