Danske Invest Europe High Dividend „Mehr Dividende, kleinerer Preis“

Asger Lund Nielsen, Senior Portfolio-Manager bei Danske Invest

Asger Lund Nielsen, Senior Portfolio-Manager bei Danske Invest

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Herr Nielsen, welche Bedeutung sollten Aktien-Investoren dem Punkt Dividende beimessen?

Asger Lund Nielsen: Eine viel höhere, als die meisten zunächst vermuten: Betrachtet man die langfristige Entwicklung des europäischen Aktienmarkts seit 1970, wird schnell klar, dass mehr als zwei Drittel der Gesamtrendite auf Dividenden basieren. Auf Kurszuwächse ist dagegen nicht einmal ein Drittel zurückzuführen. Dabei wird natürlich unterstellt, dass erhaltene Dividenden kontinuierlich reinvestiert werden – so wie es beispielsweise bei unserem Fonds der Fall ist.

Anleger sollten ihr Augenmerk demnach ausschließlich auf die Dividendenrendite von Unternehmen werfen?

Nielsen: Nein, das nicht. Jedenfalls nicht nur. Bei der Titelselektion kommt es zusätzlich noch auf weitere Einflussgrößen an.

Welche Auswahlkriterien sind das und wie gehen Sie vor?

Nielsen: Die Marktkapitalisierung der Titel sollte für uns mindestens zwei Milliarden Euro betragen. Daher kommen für den Danske Invest Europe High Dividend ungefähr 800 börsennotierte Unternehmen grundsätzlich in Betracht.

Von dieser Basis ausgehend, verfolgen mein Kollege Peter Nielsen und ich zunächst einen Ausleseprozess. Dabei konzentrieren wir uns auf drei Faktoren: Erstens die Dividenden-Ausschüttungsquote der Unternehmen. Zweitens eine günstige Bewertung der Aktien, gemessen am Kurs-Cashflow- und Kurs-Gewinn-Verhältnis. Drittens zudem eine hohe Qualität der Titel, ablesbar an Eigenkapitalrendite und Stabilitätskennziffern. Auf diese Weise reduzieren wir die Auswahl auf circa 320 Aktien – sie bilden unser Investment-Universum.

Daran anschließend erfolgt die weitere Auswahl mittels eines Bottom-Up-Verfahrens, für das wir die gesamte Kompetenz unserer Portfolio-Management-Teams nutzen: Wir nehmen eine genaue Einzeltitelanalyse vor und verdichten so die Auswahl auf die für uns passenden Unternehmen. Am Ende steht ein konzentriertes Portfolio aus circa 35 Titeln, die wir durch kontinuierliche Treffen mit den Managern der Unternehmen jederzeit sehr genau im Blick behalten.

Welche finanzwirtschaftlichen Charakteristika der Unternehmen sind Ihnen dabei besonders wichtig?

Nielsen: Ein stimmiges Gesamtbild ist das Wichtigste. Obwohl wir einen dividendenorientierten Fonds managen, haben wir zum Beispiel keine Mindestgrenze bei der Dividendenrendite der Aktien. Ebenso wichtig ist für uns, dass ein Unternehmen starke Cashflows generiert, um in seine zukünftige Entwicklung investieren zu können.

Zusammengefasst könnte man somit sagen: Wir nutzen Value- und Growth-Investing, identifizieren damit die besten Aktien und kombinieren dies mit einem Fokus auf Dividende.

Auf welche weiteren Kriterien legen Sie Wert?

Nielsen: Unser Investitionsansatz ist defensiv – daher ziehen wir konservative Unternehmen vor. Konkret bedeutet dies, dass in unserem Fonds grundsätzlich diejenigen Investments, die auf Sicherheit ausgerichtet sind, die Mehrzahl bilden – normalerweise machen sie zwischen 60 und 70 Prozent des Gesamtportfolios aus. Hierunter verstehen wir beispielsweise Engagements in Versorgungswerte. Darüber hinaus existiert noch eine chancenorientierte Komponente, die zum Beispiel Industrie-Aktien beinhaltet. Durch das Ausbalancieren dieser Bausteine, können wir je nach Marktlage die Risiken stets gut unter Kontrolle halten.

Hinzu kommt: Wir kaufen nur, wovon wir auch langfristig überzeugt sind. Die Umschlagrate in unserem Fonds ist mit rund 20 Prozent im Jahr relativ gering. Und da wir zudem auf Unternehmen setzen, für die Analysten geringere Ergebnisse als im Marktdurchschnitt prognostizieren, ist die Gefahr späterer negativer Überraschungen infolge von Planverfehlungen gering.

Welches ist die wichtigste Eigenschaft Ihres Fonds und für wen eignet er sich?

Nielsen: Der Danske Invest Europe High Dividend hat eine geringe Volatilität rund um das Marktniveau – unser Beta Faktor liegt unter eins. Angesichts dieser Eigenschaft sowie der defensiven Grundausrichtung ist der Fonds für alle Anleger geeignet, die in Zeiten geringer Zinsen ihr Kapital sinnvoll und sicherheitsorientiert anlegen möchten. Auch für Anleihe-Investoren stellt die Strategie eine intelligente Alternative dar.

Und was kommt für Anleger unter dem Strich dabei heraus?

Nielsen: Wir streben eine Alpha-Rendite gegenüber dem Index MSCI Europe inklusive Dividenden von drei Prozent vor Kosten an. Bezogen auf das erste Halbjahr 2016 lagen wir bei 3,97 Prozent – also klar darüber.

Zudem weist unser Portfolio eine Dividendenrendite von 4,9 Prozent auf, die Benchmark nur von 3,7 Prozent. Dabei liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis unseres Fonds bei 15,91, der Vergleichsindex dagegen bei 21,20. Das bedeutet: Mit dem Danske Invest Europe High Dividend bekommt der Anleger mehr Dividende zu einem günstigeren Preis.