Da kommt noch was! Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank

Tobias Spies, Leiter Fixed Income bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung

Tobias Spies, Leiter Fixed Income bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung

Wenn die Deutsche Bank ihre klassische Kapitalerhöhung über die Ausgabe neuer Aktien erfolgreich durchgezogen hat, wird ihr Kapitalhunger vermutlich nicht gestillt sein. Sie hat noch einen weiteren Pfeil im Köcher, um ihr Eigenkapital zu stärken.

Der Vorstand hatte bereits im April dieses Jahres beschlossen, bis Ende 2015 über die Ausgabe von sogenannten Additional-Tier-1-Anleihen bis zu 5 Milliarden zusätzliches Kapital aufzunehmen. Damit sollten die Vorgaben an das Eigenkapital nach Basel III erfüllt werden.

In einem ersten Schritt plant die Deutsche Bank eine Emission über 1,5 Milliarden Euro. Der Beschluss hat weiter Bestand, die Vorbereitungen zur Umsetzung laufen. Von daher dürfen wir gespannt sein, wie viel Kapital am Ende wirklich dazukommt.

So funktionieren Additional-Tier-1-Anleihen


Additional-Tier-1-Anleihen, auch Coco-Bonds genannt, sind langfristige nachrangige Schuldverschreibungen, die aufgrund bestimmter Wandlungskriterien (meist CET1-Ratio < 5,125 Prozent) automatisch von Fremd- in Eigenkapital gewandelt werden.

Aufgrund dieser Kriterien kann diese Hybridanleihe teilweise dem Eigenkapital angerechnet werden. Der Vorteile für die Bank, diese Anleihen zu emittieren, liegen auf der Hand: Die Bilanzstruktur verbessert sich, ohne dass dadurch die Anteile der Altinhaber „verwässert“ werden.

Zusätzlich verringern die Zinszahlungen die Steuerlast, weil sie vom Gewinn abgezogen werden können. Im Gegensatz dazu müssen Dividenden aus dem versteuerten Ergebnis gezahlt werden.