Brexit-Referendum „Die Vernunft dürfte siegen“

Geht davon aus, dass sich die Mehrheit der Briten für einen Verbleib in der EU ausspricht: Katrin Löhken von Sal. Oppenheim

Geht davon aus, dass sich die Mehrheit der Briten für einen Verbleib in der EU ausspricht: Katrin Löhken von Sal. Oppenheim

Auf dem EU-Gipfel im Februar 2016 ist die Europäische Union dem britischen Premierminister Cameron deutlich entgegengekommen. In weiten Teilen konnte er seinen Forderungskatalog zur Verbesserung der EU im britischen Sinne durchsetzen.
  • Die wichtigsten Elemente der Vereinbarung dürften aus britischer Sicht das Zugeständnis sein, dass Großbritannien ein „Opt -Out“ aus dem Euro und der weiteren europäischen Integration erhält und dass temporär Sozialleistungen für EU-Ausländer beschränkt werden dürfen. Perspektivisch wird Großbritannien damit die Anzahl der Immigranten aus der EU reduzieren.
  • Das EU-Referendum wird nun am 23. Juni 2016 abgehalten. Cameron wird mit diesen Gipfel-Beschlüssen für einen Verbleib Großbritanniens in der EU werben. Wir rechnen nicht damit, dass EU-Gegner auf Basis der Gipfel-Beschlüsse ihre Meinung ändern werden.
  • Daher muss Cameron vor allem um die rund 20 bis 30 Prozent noch unentschlossenen Bürger werben, um das Referendum zu gewinnen. Innenpolitisch bekommt er jedoch Gegenwind zu spüren, da das Lager der Brexit-Befürworter prominent und gut aufgestellt ist. Wichtig wird sein, die Thematik der Flüchtlingskrise vom EU-Referendum zu trennen.
  • Wir gehen dennoch davon aus, dass sich die Mehrheit der Briten für den Verbleib in der EU ausspricht. Hier sollte die rationale wirtschaftliche Vernunft über das britische Nationalgefühl und den Wunsch, selbstbestimmter zu sein, siegen.