Boris Collardi zum Sparprogramm von Julius Bär „Das Deutschland-Geschäft dürfte kaum betroffen sein“

Vorstandsvorsitzender der Julius-Bär-Gruppe: Boris Collardi

Vorstandsvorsitzender der Julius-Bär-Gruppe: Boris Collardi

Das Schweizer Bankhaus Julius Bär ist angeblich das von der SNB-Aufhebung der Euro-Bindung am stärksten betroffen Institut. Vielleicht hat die Bank deshalb so schnell reagiert und sich ein Sparprogramm verordnet – ein riesiges zudem, ordnen Schweizer Zeitung ein. Konkret sollen 100 Millionen Franken (95 Millionen Euro) eingespart werden und 200 Jobs gekürzt werden.

Inwieweit das Deutschlandgeschäft betroffen ist, erklärte nun der Vorstandsvorsitzende der Julius-Bär-Gruppe, Boris Collardi, in Frankfurt. „Das Sparprogramm wurde noch nicht auf die einzelnen Länder runtergebrochen. Da aber der größte Teil unserer Kosten in der Schweiz anfällt werden die Maßnahmen auch dort am stärksten zu spüren sein“, so Collardi. In Deutschland verfüge Julius Bär durch gezielte Auslagerungen seit jeher über einen schlanken Kostenapparat. „Deshalb gehen wir davon aus, dass wir hier kaum betroffen sein werden.“

Break-Even dank Wachstum

Collardi war ursprünglich nach Frankfurt gekommen, um über die Entwicklung des Deutschland-Geschäfts zu berichten. Demnach sind die Assets under Management hierzulande in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich um 41 Prozent gewachsen. Ähnlich sieht es mit 35 Prozent auf der Kundenseite aus. Als Folge hat man natürlich die Mitarbeiterzahl um durchschnittlich 18 Prozent jährlich vergrößert.

Die Wachstumszahlen schlagen auch auf der Gewinn- und Verlustseite nieder. Im vierten Quartal 2014 habe das Onshore-Deutschlandgeschäft erstmals den operativen Break-Even erreicht. Collardi dazu: „Die sich abzeichnende Profitabilität ist für uns der Beweis, dass die Bank für weiteres Wachstum gut aufgestellt ist.“ Heiko Schlag, Vorsitzender der Bank Julius Bär Europe, ergänzt: „Julius Bär ist die erste Schweizer Bank, die in Deutschland im Privatkundengeschäft nachhaltig profitabel sein wird.“ Für das europäische Offshore-Geschäft erwarte man zudem den Break-Even für 2015.


Zum Hintergrund:
Der Werdegang der Deutschlands-Geschäfts der Julius Bär in einer Grafik
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