Legg-Mason-Studie Wohlhabende deutsche Anleger brauchen keinen Berater

Die deutschen Anleger, die bereits mit einem Finanzberater zusammen arbeiten, sind mit seiner Arbeit zufrieden und sehen ihn in vielerlei Hinsicht als Hilfe. Das zeigt eine Studie von Legg Mason, für die mehr als 4.300 Anleger aus 20 Ländern mit einem Anlagevolumen von mindestens 150.000 Euro befragt wurden. Unter den Befragten waren etwa 200 Deutsche.

Von den deutschen Befragten nehmen 17 Prozent die Hilfe von einem Berater an. 77 Prozent zeigen hingegen kein Interesse an einer Finanzberatung. Dabei ist der Rat des Finanzexperten anscheinend bares Geld wert: Anleger mit Berater erzielen durchschnittlich 6,5 Prozent Gewinn, Einzelkämpfer hingegen nur 4,9 Prozent.

Deutsche haben weniger Aktien

Bei der Asset Allocation zeigen sich die Anleger derzeit risikoscheu. Vor allem die Deutschen schrecken vor Aktien zurück. Im weltweiten Durchschnitt besteht ein Portfolio im Moment aus 27 Prozent Barmitteln. Die Aktien hingegen machen nur ein Viertel des Depots aus. Die deutschen gehören im internationalen Vergleich zu den ängstlicheren Anlegern, sie halten im Durchschnitt nur 19 Prozent ihres Vermögens in Aktien.




Im kommenden Jahr könnte sich das ändern, denn deutsche Anleger wollen den Anteil an Aktien in ihrem Depot erhöhen. 34 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass sie in den nächsten 12 Monaten mehr Aktien kaufen wollen. Anleihen will nur jeder fünfte Befragte aufstocken.

Ein höheres Aktien-Engagement dürfte auch nötig sein, wollen die 200 befragten deutschen Anleger die von ihnen genannte Zielrendite 6,8 Prozent erreichen. Denn auf Jahressicht wuchs der Wert ihres Depots nur um 5,2 Prozent.

Aktien dürften sich auch deshalb größerer Beliebtheit erfreuen, weil man sich von ihnen erhofft, der Inflation entkommen zu können. Der Verlust des Geldwerts ist für jeden zweiten Anleger weltweit die größte Sorge für die Investment-Entwicklung. Auch in Deutschland ist die Angst vor der Inflation hoch (37 Prozent) und wird nur noch übertrumpft von niedrigen Zinsen (42 Prozent).


Income Investing: Deutsche geben sich bescheiden

Anlegern ist es sowohl hierzulande als auch auf der ganzen Welt ein Anliegen, mit ihrer Kapitalanlage regelmäßige Gewinne einzufahren. Das so genannte Income Investing ist für fast die Hälfte der deutschen Anleger wichtig (41 Prozent) oder sogar sehr wichtig (7 Prozent).

Dass Income Investing so beliebt ist, könnte auch daran liegen, dass diese Art des Investierens für die Deutschen zufriedenstellend verläuft: Der erwartete und der tatsächliche Gewinn unterscheiden sich nur geringfügig. Die Differenz der beiden Werte – auch Income Gap genannt – beträgt in Deutschland 1,6 Prozent, der internationale Durchschnitt des Income Gap liegt bei 3,3 Prozent.

Auf den ersten Blick lässt das möglicherweise ein kluges Wirtschaften der Deutschen bei Income Investments vermuten. Tatsächlich ist das Income Gap hierzulande vor allem deshalb gering, weil die Erwartungen der Investoren bescheiden sind. Sie erhoffen sich nur 6,8 Prozent Gewinn, während der globale Durchschnitts-Anleger sich 9,5 Prozent Gewinn wünscht.

Die komplette Studie finden Sie hier