Commerzbank-Studie Wie Millionäre über Nachhaltigkeit denken

Nachhaltigkeit ist für Millionäre relevant und spielt bereits eine große Rolle bei vielen ihrer Kaufentscheidungen. Bei Finanzanlagen indes besteht noch deutliches Steigerungspotenzial. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Wealth Management der Commerzbank, für die 115 Privatpersonen in Deutschland befragt wurden, die über ein Kapitalvermögen von mindestens 1 Million Euro verfügen. Drei Viertel der Millionäre sind männlich, 48 Prozent sind über 60 Jahre alt.

Millionäre denken beim Begriff „Nachhaltigkeit“ zuerst an ökologische Aspekte (55 Prozent) wie Umweltschutz, Schonung von Ressourcen und Förderung von erneuerbaren Energien. An zweiter Stelle werden ökonomische Aspekte (46 Prozent) wie die Verantwortung für nachfolgende Generationen, Handel nach fairen Bedingungen oder faire Geldanlagen genannt.

Mangelhaft über Nachhaltigkeit informiert


Vier von zehn Millionären fühlen sich nicht gut über das Thema Nachhaltigkeit informiert, dieser Anteil ist insbesondere bei den über 60-Jährigen besonders hoch.
Während bei vielen Kaufentscheidungen etwa der Wahl des Stromanbieters (75 Prozent) oder beim Kauf von Lebensmitteln (72 Prozent) nachhaltige, soziale und ethische Faktoren eine Rolle spielen, ist dieser Faktor bei Kapitalanlagen noch sehr viel geringer. So achten bisher lediglich 47 Prozent der Millionäre bei Kauf oder Renovierung einer Immobilie auf Nachhaltigkeit, beim Kauf von Finanzanlagen denkt nur jeder dritte (34 Prozent) daran.

Werden die Millionäre indes gezielt nach der Vermögensanlage befragt, steigt der Anteil der Zustimmung zwar, indes ist keinem der Befragten Nachhaltigkeit in der Vermögensanlage „äußerst wichtig“. Die größte Bedeutung hat das Thema für gut Informierte unter 60 Jahren. Es gilt generell: Je schlechter die Millionäre über Nachhaltigkeit informiert sind, desto weniger berücksichtigen sie das Thema bei ihren Vermögensanlagen.

Großes Potenzial für Berater

Immerhin: 78 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in nachhaltige Anlageformen zu investieren, jeder Dritte davon würde dies auch bei leicht geringerer Rendite im Vergleich zu nicht nachhaltigen Investments tun. 15 Prozent der Befragten haben bereits in nachhaltige Investments investiert.
Ein Potenzial, dass von Finanzberatern offensichtlich noch nicht ausgeschöpft wird, denn lediglich ein Drittel der Befragten hat durch Ihren Bankberater bereits einmal nachhaltige Produkte vorgestellt bekommen.

Die Studie zum Download