Prognose der Weltbank Weltweites Wachstum soll 2014 stärker steigen als bisher erwartet

Die Weltbank hat ihre weltweite Wachstumsprognonose angehoben. Die Lockerung der Sparpolitik in den Industrieländern stützt deren Konjunkturerholung, was die Exportaussichten der Entwicklungsländer verbessert.

Das in Washington ansässige Institut erwartet nun für dieses Jahr eine Expansion der Weltwirtschaft von 3,2 Prozent, während es im Juni noch von 3 Prozent für 2014 und von 2,4 Prozent für 2013 ausgegangen war.

Die Prognose für die reichsten Länder wurde von 2 Prozent auf 2,2 Prozent angehoben. Die Heraufsetzung spiegelt teilweise die Verbesserung in den 18 Euroraum-Ländern wider, die USA liegen vor den anderen Industrienationen und wachsen doppelt so stark wie Japan.

In ihrem Bericht signalisiert die Weltbank eine Fast-Verdoppelung des Wachstums des Welthandels in diesem Jahr verglichen mit 2012, da die Industrieländer die von Exporten abhängigen Schwellenländer mit nach oben ziehen.

Zinsanstieg könnte ärmeren Ländern zu schaffen machen

Gleichzeitig könnte die Rücknahme der geldpolitischen Stützungsmaßnahmen in den USA zu einem Anstieg der Zinsen führen, was ärmeren Ländern zu schaffen machen würde, da Investoren in Vermögenswerte wie Treasuries zurückkehren würden, so die Weltbank.

„Die Stärkung der Produktion in Ländern mit einem hohen Einkommen stellt eine erhebliche Veränderung gegenüber den Vorjahren dar, als allein die Entwicklungsländer die Weltwirtschaft voranbrachten”, erklärte die Weltbank am Dienstag in ihrem halbjährlich veröffentlichten Bericht mit dem Titel Global Economic Prospects.

Importnachfrage der reichen Länder soll helfen

Die Importnachfrage der reichsten Länder „sollte helfen, die unausweichliche Verschärfung der weltweiten Finanzbedingungen auszugleichen, die entstehen wird, wenn die Geldpolitik in den Volkswirtschaften mit hohen Einkommen normalisiert wird.”

Die Prognose der Weltbank basiert auf einer geordneten Rücknahme der Stützungmaßnahmen der Federal Reserve, die in diesem Monat mit der Reduzierung der monatlichen Bondkäufe von 85 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar beginnt.

Sollten Investoren in den kommenden Monaten abrupt reagieren, wie das im Mai geschehen war, als die Notenbank die Möglichkeit einer schrittweisen Rücknahme erwähnte, könnten die Kapitalzuflüsse in die Entwicklungsländer wieder sinken, heißt es in der Studie.

2015: Weltweites Wachstum von 3,4 Prozent

Die Weltbank erwartet für 2015 ein weltweites Wachstum von 3,4 Prozent, verglichen mit 3,3 Prozent im Juni. In den USA dürfte sich das Wachstum in diesem Jahr auf 2,8 Prozent beschleunigen, was unverändert gegenüber dem Ausblick vom Juni ist.

Die Weltbank hat die Prognose für den Euroraum für 2014 auf 1,1 Prozent angehoben, von 0,9 Prozent im Juni, da die Währungsunion allmählich die Schuldenkrise hinter sich lässt, angeführt von Deutschland, und Verbesserungen in fragilen Volkswirtschaften wie Spanien und Italien zeigt.

„Der Euroraum ist da, wo die USA vor anderthalb bis zwei Jahren waren, wo das Wachstum wieder positiv wird, aber noch zögerlich ist”, sagte Andrew Burns, der führende Autor der Studie, in einem Telefoninterview. „Wir sind nicht vollkommen überzeugt, bis dies etwas mehr an Dynamik gewonnen hat.”

Die Prognose für die Entwicklungsländer für 2014 wurde von 5,6 Prozent auf 5,3 Prozent gesenkt. Die Weltbank nahm auch ihre Schätzung für China in diesem Jahr von 8 Prozent auf 7,7 Prozent zurück und erklärte, die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft bewege sich in Richtung eines „langsameren, aber nachhaltigeren, konsumgeführtem Wachstums“.