Unternehmenskredite Umfrage: Instis kriegen Lust auf Loans

Der Ketchup-Pionier Heinz gab in diesem Jahr Senior Loans für 8,5 Milliarden Dollar aus, um seine eigene Übernahme zu finanzieren. Käufer waren Warren Buffetts Berkshire Hathaway und die Investmentgesellschaft 3G Capital des Brasilianers Jorge Paulo Lehmann. | © Getty Images

Der Ketchup-Pionier Heinz gab in diesem Jahr Senior Loans für 8,5 Milliarden Dollar aus, um seine eigene Übernahme zu finanzieren. Käufer waren Warren Buffetts Berkshire Hathaway und die Investmentgesellschaft 3G Capital des Brasilianers Jorge Paulo Lehmann. Foto: Getty Images

Fast jeder zweite institutionelle Anleger spielt mit dem Gedanken, Senior Loans als Alternative zu Anleihen seinem Portfolio beizumischen. Knapp jeder Dritte (31 Prozent) hat es sogar schon getan. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Axa Investment Managers in Zusammenarbeit mit der SMF Schleus Marktforschung unter 201 institutionellen Investoren mit einem Gesamtanlagevolumen von 965 Milliarden Euro. Die Befragten sind Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke, Unternehmen und Family Offices.

Damit spielen Senior Loans für drei Viertel der institutionellen Anleger eine Rolle. Insbesondere Risikostreuung und Gewinnchancen gelten als Hauptgründe. „Der Markt für Senior Loans wächst. In den USA und in Europa zusammen liegt das Volumen inzwischen bei 1.800 Milliarden Dollar. In Deutschland ist diese Anlageklasse jedoch noch relativ jung. Noch 2011 bestand das Fremdkapital europäischer Unternehmen zu über 80 Prozent aus Bankkrediten. Umso bemerkenswerter finden wir das Ergebnis, dass diese Assetklasse für einen Großteil der institutionellen Investoren eine Rolle spielt“, sagt Jörg Schomburg, Vertriebschef Deutschland für institutionelle Kunden bei Axa IM.

Senior Loans sind erstrangig besicherte Kredite, die Banken für große Unternehmen am Markt aufnehmen und an Anleger weiterreichen. Sie haben in der Regel eine Bonitätsnote im Speculative-Grade-Bereich (BB+ oder tiefer). Im Konkursfall des Schuldners stehen Senior Loans in der Rangfolge über herkömmlichen Anleihen und Aktien sowieso. Einen regulierten Börsenhandel gibt es nicht, das läuft größtenteils über Investmentbanken.

Bisher greifen insbesondere Versicherungen und Pensionskassen zu: Ihre Investitionsquote liegt mit 36 beziehungsweise 38 Prozent deutlich höher als bei Unternehmen mit Plan-Assets (28 Prozent), Versorgungswerken (24 Prozent) sowie Family Offices (20 Prozent). Bei Versorgungswerken und Family Offices gab allerdings zusätzlich rund die Hälfte der Befragten an, dass sie das Thema interessant finde.

Vor allem große Investoren mit einem Anlagevolumen von mehr als 10 Milliarden Euro sind bereits in Senior Loans investiert (88 Prozent). Etwa die Hälfte der Investoren mit einem Anlagevolumen von weniger als 10 Milliarden Euro hat das Thema auf der Agenda.

Den größten Nutzen sehen die Befragten vor allem in der Risikostreuung. 37 Prozent der Befragten gaben das als Vorteil an. Daneben spielen für 19 Prozent die Gewinnchancen, Schutz vor Zinsänderungsrisiken (11 Prozent) sowie vor Inflation (10 Prozent) eine Rolle. Wobei es Unterschiede unter den Befragten gibt. So ist zum Beispiel für Versicherungen neben der Risikostreuung auch die Besicherung ein wichtiges Thema. Versorgungswerke und Family Offices stellen die variable Verzinsung in den Vordergrund. Für Unternehmen mit Plan-Assets gibt vor allem die Höhe der Verzinsung den Ausschlag.

Nach möglichen Problemen befragt, gaben die Investoren vor allem rechtliche Rahmenbedingungen, Risikomanagement, den schwierigen Marktzugang sowie fehlende Kenntnisse an.