Neues Private-Equity-Portal DealMarket „On-Demand-Angeboten gehört auch in der Finanzindustrie die Zukunft“

Urs Haeusler

Urs Haeusler

Wie kam es damals zur Idee eine Private-Equity-Plattform zu gründen?

Urs Haeusler: Die eigene Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Industrie einen effizienteren, transparenteren und leichteren Zugang zum Private-Equity-Markt braucht. Und zwar in der gleichen Weise wie Immobilienportale erfolgreich die Intransparenz und Ineffizienz der Suche und Vermittlung von Immobilien beseitigt haben. DealMarket soll den Private-Equity-Profis helfen, Kontakte, Dienstleister und Deals zu suchen, zu finden und untereinander auszutauschen.

Gab es bisher keine Portale für Private Equity?

Haeusler: Es gab sie zwar schon, aber alle verlangten entweder eine Zugangsgebühr oder aber eine Provision für die Vermittlung von Deals und Kontakten. Damit waren sie nicht offen oder voll transparent.

Was bieten Sie den Nutzern?

Haeusler: DealMarket ist ein One-Stop-Shop für Private-Equity- und Corporate-Finance-Profis. Über DealMarket können Deals, Dienstleistungen, Service Provider, (Co-)Investoren sowie Käufer und Verkäufer gesucht und angeboten werden. Mit DealMarket Office steht Investoren zudem eine moderne browserbasierte Management-Software zur Verfügung, um ihren Deal-Flow einfacher und effizienter zu erfassen. Sie funktioniert ähnlich wie eine CRM-Software für Kontakte.

Woran verdient DealMarket und die Informationsanbieter?

Haeusler: Der Zugang ist vollkommen kosten- und risikolos. Es gibt keine Abo-Gebühren oder Vertragslaufzeiten. Wir sind überzeugt, dass der Zugang zu einem Markplatz in der Finanzbranche genauso kostenfrei sein sollte wie der Zugang zu Einkaufsläden in unserem täglichen Leben. Niemand wäre bereit bei Rewe, Aldi, Tengelmann Einlass zu bezahlen. DealMarket verdient nur dann eine Provision, wenn der Nutzer eine Dienstleistung oder Information eines unserer Partner kauft.

Sie versprechen Einfachheit: Wie verbessert Dealmarket den Due-Diligence-Prozess von Private Equity?

Haeusler: DealMarket unterstützt Private-Equity-Profis mit Dienstleistungen und Informationen über den gesamten Investmentzyklus, um den Due-Diligence-Prozess im Private-Equity- und Corporate-Finance-Geschäft zu verbessern. Eine Überprüfung möglicher Investitionen wird so unter großem Zeitdruck möglich. Daneben demokratisieren wird den Private-Equity-Prozesse, so dass professionelle und strukturierte Due Diligence auch für kleinere Investoren Teams erschwinglich wird.

Warum muss die Plattform nach Deutschland & Co. expandieren, wenn vorher schon internationale PE-Player die Schweizer Plattform genutzt haben?

Haeusler: DealMarket ist mit dem gesamten Angebot global seit März 2011 verfügbar. Es benötigt allerdings auch eine bestimmte Firmengröße, um die einzelnen Kernmärkte (Deutschland, USA und Großbritannien) konsequent und professionell zu betreuen. Diese Größe haben wir nun erreicht.

Momentan arbeiten Ihnen zufolge 35.000 Private-Equity-Experten mit DealMarket und haben rund 1.300 Deals ausgeschrieben. Haben Sie Ziele für die Zukunft?

Haeusler: Wir wachsen derzeit sehr schnell und gehen davon aus, dass wir uns sowohl von der Anzahl der Nutzer wie auch von der Anzahl der Deals innerhalb von sechs Monaten verdoppeln werden.

Ihre Einschätzung zum künftigen Private-Equity-Markt.

Haeusler: Der Wettbewerb um gute Deals intensiviert sich und die Geldbeschaffung wird schwieriger. Zudem stehen die Renditen von Buyouts und Ventures stehen stark unter Druck, so dass eine sehr gewissenhafte und professionelle Due Diligence wichtiger denn je wird. Das schlägt sich im Verhalten der Marktteilnehmer nieder. Sie fordern mehr Transparenz und Konnektivität. Online-Plattformen werden deshalb künftig eine immer wichtigere Rolle spielen, auch wenn die Deals schlussendlich offline und persönlich durchgeführt werden.

Gibt es regulatorische Risiken?

Haeusler: Wir erwarten Verbesserungen des regulatorischen Umfelds im Laufe der Zeit. Dies hat in den USA mit der Verabschiedung des Jobs Act begonnen. Wir glauben und hoffen, dass es in Europa in ähnlicher Weise durchgeführt wird. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Volkswirtschaften, die ein hohes Maß an Unternehmertum und kleineren und mittleren Unternehmen haben, über die Zeit erfolgreicher sind. Sie Arbeitsplätze schaffen und neigen zu mehr Innovation und Wachstum.

Die Finanzbranche wird und muss sich weiterhin auf Kostensenkungen fokussieren. Das geht von Kostensenkungen im Personalbereich bis hin zur Überprüfung der Kosten für Abos und Bezug von Informationen und Dienstleistungen. On-Demand-Angebote, bei denen Nutzer nur das zahlen, was sie konsumieren, gehört die Zukunft.